Wer kennt sie nicht die Bilder von männlichen Entscheidungsträgern, die sich um einen Tisch versammeln. Ob Wirtschaft, Finanz, Industrie – Frauen in leitenden Funktionen sind noch immer die Minderheit. Das gilt auch insbesondere für die Politik. Mehr Frauen in den Gemeinden, in den Ländern, im Bund – Auch die Sozialdemokratie hat hier noch viel Luft nach oben.
Wir haben dazu viele Initiativen, um unsere Partei für Frauen zu öffnen. Frauenakademien in Bund und Ländern, Mentoring-Programme, Seminare, regionale Formate wie die Frauenwerkstatt in Oberösterreich, die Gender-Werkstätte in der Steiermark oder der Maria-Ducia-Lehrgang in Tirol und viele andere. Die Lehrgänge helfen dabei, einander für die politische Arbeit zu stärken und Männernetzwerke gemeinsam aufzubrechen.
Dabei geht es vor allem um Sichtbarkeit. Wir haben viele großartige Frauen auf allen Ebenen, in den Ländern, in den Gemeinden, in den Bezirken. Und wir haben starke Verbündete in den Gewerkschaften und in sozialen Einrichtungen. Das Ziel ist uns allen gemeinsam: Ein leistbares Leben und ein Sozialstaat, der niemanden zurücklässt. Die Themen, die Frauen bewegen, gehören ins Zentrum der Tagespolitik: Mehr Sicherheit, höhere Einkommen, gerechte Arbeitsteilung, gute öffentliche Verkehrsanbindung, klimagerechte und feministische Stadtplanung, guter Zugang zur Gesundheitsversorgung
Eva-Maria Holzleitner kämpft gemeinsam mit ihren Regierungskolleg*innen und mit uns SPÖ-Frauen für mehr Gleichberechtigung. Vieles ist bereits gelungen: Nationaler Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen, Dick-Pic-Paragraf, die Steuerbefreiung von Verhütungsmitteln und Periodenprodukte, Unterstützungsfonds für Alleinerziehende, Frauenberatung und Gewaltschutz werden ausgebaut. Frauengesundheit rückt in den Fokus, der Ausbau der Primärversorgungszentren schafft wohnortnahe Gesundheitsversorgung und ist gerade für Frauen, die oft auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, sehr wichtig. Aber die Widerstände sind gerade in der Frauenpolitik oft massiv. Die SPÖ kämpft für Lohntransparenz. Frauen sollen wissen, was ihre Kollegen, die eine ähnliche Arbeit verrichten, verdienen. Unternehmen sollen ihre Verantwortung wahrnehmen. Denn gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist in Österreich Gesetz. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung mauern und das mit fadenscheinigen Ausreden, von denen wir genug haben!
Eva-Maria Holzleitner hat in einer entscheidenden Phase der Sozialdemokratie, Verantwortung übernommen. Die Frauenpolitik rückt dadurch in den Mittelpunkt. Das ist gut so. Viel zu lange haben wir Auseinandersetzungen öffentlich geführt. Wollen wir in Zukunft weiterhin Verantwortung übernehmen, müssen wir Auseinandersetzungen inhaltlich führen – und die mit Respekt und Wertschätzung. Nur so können wir Vertrauen zurückgewinnen. Und: Unsere Bewegung braucht die Frauen.