Jolanda Offenbeck

Bild: SPÖ Frauen

Jolanda Offenbeck wurde am 1. September 1930 in Graz geboren. Die promivierte Juristin Offenbeck wurde 1966 zur Grazer Frauenvorsitzenden gewählt, im Jahr 1975 folgte sie Herta Winkler als steirische Landesfrauenvorsitzende nach, und 1981 wurde sie Nachfolgerin von Hertha Firnberg als SPÖ Bundesfrauenvorsitzende. In dieser Funktion konnte sie am Bundesparteitag 1985 – eine Premiere für eine österreichische Partei – den Beschluss einer Frauenquotierung (25%) verbuchen.
Sie war stellvertretende steirische SPÖ Landesvorsitzende und Stellvertreterin des Bundesparteiobmannes.
Von 1970 bis 1973 war sie als Bundesrätin im Parlament und von 1973 bis 1990 Abgeordnete zum Nationalrat. Auch auf europäischer Ebene war Offenbeck aktiv: als österreichische Vertreterin im Europarat.

Zu Beginn der 70er Jahre hat Jolanda Offenbeck erfolgreich gegen die strafrechtliche Verfolgung des Schwangerschaftsabbruches gekämpft und erreichte eine Neuregelung in Form der Fristenregelung.

Große Verdienste hat sie sich auch bei der Familienrechtsreform erworben. Im Zuge der Neuregelung des Scheidungsrechtes 1976, insbesondere der Einführung der Zerüttungsscheidung (§ 55 EG), stellte sie sich im Sinne einer existentiellen Absicherung der schuldlos und gegen ihren Willen geschiedenen Frauen gegen den damaligen Justizminister Christian Broda. Bei der Beschlussfassung im Parlament zollte Broda Jolanda Offenbeck Anerkennung für ihr Engagement in diesem Bereich, indem er diese von ihr erkämpften gesetzlichen Bestimmungen als „Lex Offenbeck“ bezeichnete.

Jolanda Offenbeck ist am 25. Mai 2000 im Alter von 69 Jahren verstorben.