Frauendialog.Arbeitszeit.Arbeitswert

Österreichweiter Frauendialog zum Thema Arbeit
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt. Druck und Stress nehmen zu. Wir laden Frauen in ganz Österreich zum Dialog ein. Wir wollen, dass die soziale Sicherheit auch in Zukunft gewährleistet ist.

Bei Straßenaktionen, Veranstaltungen und regionalen Dialogforen werden Ideen und Forderungen gesammelt und diskutiert. Das Ergebnis des Diskussionsprozesses wird bei der SPÖ-Bundesfrauenkonferenz im Herbst präsentiert und beschlossen.

Beruf und Freizeit sind schwer vereinbar
Immer mehr Beschäftigte fühlen sich von ihrer Arbeit überlastet. Ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche, jede/r Zehnte sogar mehr als 45 Stunden (Arbeitsklima-Index 2015). Darunter leiden die gesundheitliche Verfassung und das körperliche Wohlbefinden.

Besonders schwierig ist die Situation von Alleinerzieherinnen: Nur 19 Prozent sagen, dass ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben sehr gut gelinge.

Teilzeit ist weiblich – Einbußen beim Gehalt und in der Pension
Die Arbeitszeit von Frauen und Männern klafft auseinander. Während Männer mehrheitlich Überstunden leisten, sind immer mehr Frauen teilzeitbeschäftigt. Etwa jede zweite Frau in Österreich arbeitet Teilzeit und nimmt damit Einbußen beim Gehalt und in der Pension in Kauf.

Teilzeit ist für viele vor allem dann interessant, solange ihre Kinder klein sind. Wir wollen, dass Frauen die Chance haben, aus der Teilzeitfalle wieder herauszukommen.

Der Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit muss daher leichter werden. Wichtig ist dabei das nun in Kraft getretene Informationsrecht für Teilzeitbeschäftigte, für das sich die SPÖ-Frauen eingesetzt haben. Teilzeitkräfte im Unternehmen müssen informiert werden, wenn eine Vollzeitstelle extern ausgeschrieben wird.

Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit werden immer noch von Frauen geleistet. Ziel ist eine partnerschaftliche Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit.

Arbeit neu bewerten und gerecht entlohnen
Ein Teil der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern rührt daher, dass Frauen, die in „typisch“ weiblichen Berufsfeldern tätig sind, schlechter entlohnt werden. Sozial- und Dienstleistungsberufe werden schlechter dotiert als technische Berufe.

Berufe im Sozialbereich brauchen eine gerechte Entlohnung. Gerade in den Pflegeberufen sind die körperlichen und psychischen Anforderungen und auch die Verantwortung sehr hoch. Es muss Kriterien geben, die der Bezahlung zugrunde liegen, um so die verschiedenen Berufe vergleichen zu können. Eine gesellschaftspolitische Diskussion zur Neubewertung von Arbeit ist daher notwendig.

 

Zahlen, Daten, Fakten zum Internationalen Frauentag 2016 (Quelle Statistik Austria, AK OÖ)

  • Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern liegt bei 22,4 Prozent.
  • Laut Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer (September 2015) klagen viele Beschäftigte über eine schlechte work-life-balance.
  • Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche, jede/r Zehnte sogar mehr als 45 Stunden.
  • Fast 40 Prozent der Beschäftigten mit häufigen Überstunden bezeichnen ihre work-life-balance als mittel bis schlecht.
  • Besonders schwierig ist die Situation von Alleinerzieherinnen. Nur 19 Prozent von ihnen sagen, dass ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben sehr gut gelinge.
  • Die Arbeitszeit von Frauen und Männer klafft auseinander. Besonders deutlich wird dies, wenn Kinder im Haushalt sind. Während Frauen mit Kindern weniger Stunden arbeiten, weiten Väter ihre Arbeitszeit sogar noch aus.
  • Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit leisten noch immer Frauen.
  • Jede zweite Frau in Österreich arbeitet Teilzeit und nimmt damit Einbußen beim Einkommen und bei der Pension in Kauf.

Weiterführende Zahlen und Daten gibt es in der Genderstatistik der Statistik Austria.