Sichere Abtreibung ist ein Menschenrecht

NRin Petra Bayr

Abtreibungsverbote zwingen viele Schwangere zu illegalen und unsicheren Abtreibungen. 4,7 bis 13,2 Prozent der weltweiten Müttersterblichkeit werden durch unsicheren Abtreibungspraktiken verursacht.

„Es ist die Aufgabe jeder Regierung weltweit, die Gesundheit von Schwangeren zu gewährleisten und sicherzustellen, dass sie sich nicht dem Risiko illegaler Abtreibungen aussetzen müssen. Barrieren zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen müssen abgebaut werden und illegale Abtreibungen durch Entkriminalisierung verhindert werden. Der Zugang zu Bildung über sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie zu Verhütungsmitteln muss gewährleistet werden“, so Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung und Vorsitzende des europäischen parlamentarischen Forums für sexuelle und reproduktive Rechte (EPF) anlässlich des Internationalen Tages für sichere und legale Schwangerschaftsabbrüche am 28. September.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fanden zwischen 2015 und 2019 weltweit durchschnittlich 73,3 Millionen Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr statt. 45 Prozent der weltweit durchgeführten Abtreibungen werden unter gesundheitlich riskanten Bedingungen durchgeführt. Mehr als die Hälfte aller unsicheren Schwangerschaftsabbrüche weltweit fanden in Asien statt, die meisten davon in Süd- und Zentralasien. Drei von vier Schwangerschaftsabbrüchen in Afrika und Lateinamerika wurden unter gesundheitlich riskanten Bedingungen durchgeführt. Das Risiko, an einer unsicheren Abtreibung zu sterben, war in Afrika am höchsten. In sogenannten entwickelten Regionen sterben schätzungsweise 30 Frauen auf 100.000 unsichere Abtreibungen, im südlichen Afrika sind es sogar 520.

„Todesfälle und Verletzungen durch unsichere Abtreibungen sind vermeidbar. Jeder Mensch soll frei sein, selbst zu entscheiden, wann und ob man Kinder haben will. Die Menschenrechte Schwangerer sind zu achten. Wir alle müssen Frauen- und Menschenrechte gegen ihre Aushöhlung durch fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen verteidigen“, ruft Bayr zum Handeln auf und ergänzt: „Ich stelle mich vehement gegen die ultrakonservative Welle hier in Europa und fordere die Staatengemeinschaft dazu auf, sicherzustellen, dass Schwangere weltweit Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben.“