Keinen Millimeter den Frauenfeinden

SPÖ-Frauen verurteilen Abtreibungsverbot in Texas und warnen vor Fundamentalisten in Europa

Seit gestern gilt im amerikanischen Bundesstaat Texas eines der strengsten Abtreibungsverbote. Das Gesetz verbietet Schwangerschaftsabbrüche, sobald der Herzschlag eines Fötus hörbar ist. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Selbst bei Vergewaltigungen oder Inzest gibt es keine Ausnahmen mehr. Frauenfeinde und christliche Fundamentalisten haben außerdem das Recht, Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vollziehen oder Menschen, die einen Abbruch unterstützen, zu klagen. Es drohen Strafen bis zu 10.000 Dollar. „Diese Hexenjagd auf Frauen ist auf das Schärfste zu verurteilen, keinen Millimeter den Frauenfeinden. Frauen müssen das uneingeschränkte Recht auf Selbstbestimmung haben“, so SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner, die in diesem Zusammenhang vor dieser frauenfeindlichen Strömung auch in Europa warnt. „Der ÖVP-Parlamentsklub hat erst kürzlich mit einer Spende an Abtreibungsgegner gezeigt, auf welcher Seite sie stehen, eindeutig nicht auf der Seite von Frauen“, so Holzleitner.

Petra Bayr, SPÖ-Sprecherin für Globale Entwicklung und Präsidentin des European Parliamentary Forum on Sexual and Reproductive Rights, zeigt sich ebenso besorgt, dass diese ultrakonservative Welle nach Europa überschwappen wird: „Auch in Europa ist der Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten nicht gesichert. In Polen gilt seit Anfang dieses Jahres ein rigides Abtreibungsgesetz, das Schwangere dazu zwingt, ihre Schwangerschaften auszutragen, selbst wenn der Fötus schwere Fehlbildungen aufweist und es sicher ist, dass der Säugling nur kurze Zeit nach der Geburt überleben wird. Wir müssen solidarisch mit den Betroffenen sein“.

„Jenen reaktionären Kräften, die in den USA und in Europa weiterhin versuchen, die (körperliche) Selbstbestimmung der Frauen massiv einzuschränken, muss der Kampf angesagt werden“, so Holzleitner und Bayr abschließend.