SPÖ-Wohnbausprecherin Becher sieht „Kernschmelze“ auf dem österreichischen Wohnungsmarkt

Die ,Generation Corona’ wird bei der Suche nach Wohnraum benachteiligt bleiben

Die neuesten Zahlen der Österreichischen Nationalbank und der Statistik Austria zeichnen ein klares Bild: Im ersten Quartal 2021 sind die Wohnimmobilienpreise hierzulande um 12,3 Prozent zum Vorjahresquartal gestiegen, nach einem Plus von zehn Prozent im vierten Quartal 2020. Die durchschnittliche Miete samt Betriebskosten für Hauptmietwohnungen stieg im Zeitraum 2016 bis 2020 um 12,2 Prozent – deutlich stärker als die allgemeine Inflationsrate mit 7,3 Prozent. SPÖ-Wohnbausprecherin Mag. Ruth Becher: „Die gesetzlichen Verschlechterungen unter Türkis-Blau und die offen zur Schau getragene Untätigkeit von Türkis-Grün haben eine Spirale in Gang gesetzt, die immer schwerer aufzuhalten sein wird. Wir erleben die Kernschmelze auf dem österreichischen Wohnungsmarkt – auf der einen Seite Wohnraum zu Spekulationszwecken gehortet und auf der anderen Seite die junge, arbeitende Bevölkerung von heute, die keine fairen Angebote mehr findet.“

Als weiteren Beleg für den spekulativen Exzess nennt Becher die steigenden Investitionsströme nach und aus Österreich. Der aktuelle Fundamentalpreisindex belege überdies, dass „jeder vierte Mieteuro der Spekulation geschuldet ist, ohne fairer Gegenleistung“. Als Lösung für das Problem fordert Becher unter anderem die Einrichtung der versprochenen Wohnbauinvestitionsbank, die Bereitstellung von preisgeregelten Wohnungen durch den Bund und die Einführung eines modernen Wohnrechts. Letzteres würde in Form des Universalmietrechts mittelfristig „die Preisdynamik um ein Viertel drosseln und die Eigentums- und Mietkosten für die Generation Corona wieder leistbar machen.“ Sollte die Bundesregierung weiter untätig bleiben droht laut Becher „infolge der Kernschmelze, die wir gerade erleben, eine noch größere Kluft zwischen den Generationen. (Schluss) lk/up