Lehren aus der Krise müssen jetzt gezogen werden

Von einer „positiven Infektionsentwicklung“ spricht heute, Mittwoch, SPÖ-Bundesparteivorsitzende, Klubobfrau Dr.in. Pamela Rendi-Wagner. Aber: „Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Die Arbeit ist noch nicht getan.“ Im Gegensatz zum Vorjahr müsse die türkis-grüne Regierung alles tun, um „die Monate im Sommer zu nutzen und nicht wieder zu verschlafen“. Um sicher durch die nächsten Monate und Jahre zu kommen, sind laut Rendi-Wagner drei Schritte entscheidend. „Wir müssen jetzt schneller und mehr impfen, um sicher in den kommenden Herbst gehen zu können“, so Rendi-Wagner, die auch rasche Impfungen für Jugendliche bis Anfang August fordert. Zweitens sollten „die Testangebote weiter kostenfrei und flächendeckend bestehen bleiben“, und drittens fordert Rendi-Wagner, dass die Lehren aus der Krise gezogen werden müssen. Dazu schlägt die SPÖ-Chefin die Gründung einer eigenen Bundesagentur vor, um „die Entwicklung von Pandemie-Impfstoffen und Medikamenten“ in Österreich zu forcieren und für künftige Krisen besser aufgestellt zu sein. ****

„Je mehr Menschen rasch geimpft werden, desto größer ist die Chance, dass wir sicher durch den Sommer kommen“, sagt Rendi-Wagner, die eine hohe Durchimpfungsrate als „gemeinsamen Schutzschirm“ bezeichnet. Jede Impfung schütze nicht nur die Einzelnen, sondern verhindere auch die Entstehung von neuen Mutationen. Bei derzeitiger Impfgeschwindigkeit werden jedoch 650.000 Menschen in Österreich bis Ende Juni nicht geimpft sein, so Rendi-Wagner, die betont, dass das „Versprechen des Kanzler“ einhaltbar wäre, wenn täglich nicht 70.000 Menschen, sondern 120.000 die Impfung erhielten. Erfreut zeigt sich Rendi-Wagner über die Zulassung eines Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige. Damit Cluster in Schulen der Vergangenheit angehören, müsse auch dort rasch geimpft werden. Für einen sicheren Schulstart sollte Schüler*innen ein Impfangebot „in den letzten vier Schulwochen im Juni, spätestens aber bis Anfang August“ gemacht werden, fordert Rendi-Wagner.

Für ein „intensives Infektionsmonitoring“ ist das Testen entscheidend. Denn es werde immer 20 Prozent in der Bevölkerung geben, die nicht geimpft sind; etwa weil sie zu jung sind oder aus medizinischen Gründen keinen adäquaten Impfschutz haben können. Darum sollte „das Testangebot flächendeckend kostenfrei bestehen bleiben“, sagt Rendi-Wagner. Um eine bessere Mutationsüberwachung zu gewährleisten, empfiehlt Rendi-Wagner außerdem, nach Möglichkeit auf PCR-Tests umzustellen. „Spätestens im Herbst sollte in Schulen auf PCR-Tests umgestellt werden“, fordert die SPÖ-Chefin, die die Ausrollung des Wiener Modells „Alles gurgelt“ für ganz Österreich empfiehlt.

Schließlich gelte es jetzt, die Lehren aus der Corona-Pandemie zu ziehen. Um im Fall neuer Krisen rascher reagieren zu können, sind Forschung, Entwicklung und Produktion medizinischer Produkte entscheidend. Das könne die Pharma-Industrie alleine nicht leisten, sagt Rendi-Wagner. Hier ist auch die „öffentliche Hand gefragt, Verantwortung zu übernehmen, um für Krisen besser gerüstet zu sein“. Dazu soll eine neue Bundesagentur zur Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapeutika zur Pandemieprävention geschaffen werden. Wie eine Pharma-Entwicklungsabteilung soll diese Agentur in Nicht-Pandemie-Zeiten Wirk- und Impfstoffe sowie Tests entwickeln, um sie in Pandemiezeiten rascher in Produktion zu bringen. (Schluss) ls/bj