Gewalt gegen Frauen muss gestoppt werden!

„Gewalt gegen Frauen muss gestoppt werden! Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, es braucht jetzt endlich die Umsetzung wirkungsvoller und durchdachter Maßnahmen zum Schutz von Frauen, setzen wir alle Hebel in Bewegung, weitere Gewalt an Frauen zu verhindern!“, fordert so SPÖ-Landesfrauenvorsitzende LH-STVin. Astrid Eisenkopf aus traurigem Anlass.
Heuer wurden neun Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. Eisenkopf verweist auf die Forderungen der SPÖ, um endlich ein Ende der Gewalt gegen Frauen herbeizuführen. Die SPÖ hat deshalb eine Petition gestartet, um die Regierung zum Handeln aufzufordern. Forderungen sind Hochrisikofallkonferenzen in ganz Österreich, mehr Mittel für den Gewaltschutz, Ausbau der Frauen- und Mädchenberatungsstellen in allen Bundesländern, mehr Frauenhausplätze und Übergangswohnungen in allen Bundesländern und ein bundesweiter Gewaltschutzgipfel mit Expertinnen und Experten. Ebenso essentiell ist der laufende Dialog mit allen im Gewaltschutz tätigen Organisationen und Stellen, um Gewalt gegen Frauen und somit auch Frauenmorde zu verhindern. Österreich muss seinen Verpflichtungen im Rahmen der Istanbul-Konvention nachkommen. Die Petition kann unter https://tinyurl.com/yka9we5j unterzeichnet werden. Bis dato haben dies bereits fast 5000 Menschen getan.
LAbg. Claudia Schlager, Frauensprecherin im Burgenländischen Landtag, betont, dass man im Burgenland insgesamt gut aufgestellt, es aber gerade beim Gewaltschutz niemals „zu viel gebe an personellen und finanziellen Ressourcen“ und sie für die zur Verfügungstellung weiterer Budgetmittel die Bundesregierung in der Pflicht sehe. Wichtig sei ihr auch, dass jede Burgenländerin wisse, wo sie im Fall einer Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung sofort Ersthilfe erhält: „Die Beratungseinrichtungen sind eine wichtige Stütze in der Not. Von Gewalt bedrohte Frauen finden bei der Frauen-Helpline unter 0800 222 555 kostenlose Erst- und Krisenberatung, das Frauenhaus Burgenland ist rund um die Uhr unter 02682/61280 erreichbar. Nicht zu vergessen auch die Polizei als eine wichtige Anlaufstelle. Hilfe erhält man unter 133 oder per SMS unter 0800 133 133.“
Heftige Kritik üben beide SPÖ-Frauenpolitikerinnen auch am diesen Montag eilends einberufenen Sicherheitsgipfel im Innenministerium, an dem die Frauenministerin, die Justizministerin, der Innenminister, die neun Landespolizeidirektoren und Landeskriminalamtsleiter teilnahmen. Eisenkopf und Schlager verlangen jedoch auch die Einbindung von Opferschutzeinrichtungen, auch solle ein solcher Gipfel künftig zweimal im Jahr stattfinden, darüber hinaus brauche es einen „institutionalisierten Krisenstab“, der sich ständig mit dem Thema beschäftigt.
Ein Entschließungsantrag mit dem Titel „Schluss mit den Morden an Frauen durch Männergewalt“ wird in der dieswöchigen Landtagssitzung von Frauensprecherin Schlager eingebracht. Oberste Priorität habe der Opferschutz, aber die Konzepte müssten schon früher ansetzen, nämlich bei den Tätern, bevor es überhaupt zur Gewaltanwendung – sei es nun verbaler oder körperlicher Art – komme. „Das ist etwas, was wir immer wieder von den Opferschutzeinrichtungen hören. Gewalt muss auf allen Ebenen gestoppt werden und Gewaltprävention ist ein extrem wichtiger Faktor, denn Gewalt gegen Frauen beginnt nicht erst beim Morden. Gewalt beginnt oft schon mit Hasskommentaren im Netz, mit Stalking oder mit verbalen Beschimpfungen. Und genau hier muss angesetzt werden: weder verbale noch körperliche Gewalt gegen Frauen ist ein Kavaliersdelikt. Es muss ein Umdenken stattfinden, auch die Angebote von Männerberatungsstellen müssen evaluiert und ausgebaut werden. Es darf jetzt nicht mehr zugewartet werden, bis es zu spät ist. Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden. Gewalt geht uns alle etwas an!“, so Astrid Eisenkopf und Claudia Schlager abschließend.