Justiz spielt wichtige Rolle in der Bekämpfung von häuslicher Gewalt

Bild: Julia Hitthaler

Einstimmig beschloss der Nationalrat einen von der SPÖ initiierten Antrag zur Aus- und Fortbildung von RichterInnen und StaatsanwältInnen in Bezug auf häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen. „Es ist ein guter Tag, weil wir heute mit Beschluss dieses Antrags gemeinsam Gewalt bekämpfen“, freute sich SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim.

Eine von fünf Frauen sei in ihrem Leben von Gewalt betroffen, häufig aus der eigenen Familie. „Wir kennen die dramatischen Zahlen. Heuer sind in Österreich bereits sieben Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet worden. Obwohl einige als Gewalttäter bekannt waren, ist es nicht gelungen, die Gewaltspirale zu durchbrechen“, so Yildirim.

Gewaltschutz komme in der Ausbildung von RichterInnen zwar vor, aber nicht in ausreichendem Umfang. Die Auswirkungen erläuterte sie anhand eines Beispiels: „Sehr gute Erfahrungen wurden mit Anti-Gewalt-Trainings für Täter gemacht. Aber wissen Sie, wie viele ein solches absolvieren? Schätzungen zufolge nicht einmal 1 Prozent! Das liegt daran, dass die Justiz sie kaum anordnet.“

Die Justiz spiele eine ganz wesentliche Rolle bei der Bekämpfung von Gewalt und diese gelte es bestmöglich zu nutzen. „Die Opfer schützen, die Täter zur Verantwortung ziehen und mittels Prävention und opferschutzorientierter Täterarbeit weitere Gewalt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Das ist das Ziel. Stoppen wir gemeinsam Gewalt gegen Frauen!“, so Yildirims Appell.