Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause

„Das größte Risiko für Frauen geht vom eigenen Partner oder Ex-Partner aus. Vor allem in Zeiten der Coronakrise sind Frauen nochmal stärker von häuslicher Gewalt bedroht. Maßnahmen zur Prävention oder Hilfsangebote für von partnerschaftlicher Gewalt betroffene Frauen sucht man bei der aktuellen Bundesregierung vergeblich. Was es dringend braucht ist ein Ausbau der Gewaltschutzeinrichtungen auf allen Ebenen“, sagt Romana Greiner, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend (SJ).

Am Dienstag machte die Sozialistische Jugend bei einer Aktion am Stephansplatz auf häusliche Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Dabei wurde eine verwundete Frau auf einem erhöhten Bett dargestellt. Anlass der Aktion war der bereits siebente Frauenmord im Jahr 2021 in Österreich.

„Durch die Coronakrise spielt sich für viele das Leben beinahe permanent in den eigenen vier Wänden ab. Wer diese dann auch noch mit einem gewaltbereiten Partner teilen muss, ist doppelt eingesperrt”, sagt Greiner und fordert deshalb einen massiven Ausbau von Gewaltschutzeinrichtungen und Kontaktmöglichkeiten für Frauen. Es brauche zusätzlich neue Kontaktmöglichkeiten, wie zum Beispiel Chats, die Frauen verwenden können, um Hilfe zu bekommen. „Denn viele haben nicht die Möglichkeit bei Hotlines anzurufen, wenn sie rund um die Uhr mit ihrem gewaltbereiten Partner in den gleichen vier Wänden verbringen müssen.”

Der Ausbau des Gewaltschutz sei jedoch nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite müsse auch präventiv verstärkt an der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen gearbeitet werden. „Gerechte Löhne würden Frauen ermöglichen finanziell selbstbestimmt zu leben und so der Gewaltspirale entkommen zu können. Viele Frauen bleiben bei den Männern und suchen keine Frauenhäuser auf, weil sie Angst vor einer damit verbundenen finanziellen Notlage haben”, so Greiner abschließend.

Fotos der Aktion stehen unter folgendem Link zur freien Verfügung: [https://flic.kr/s/aHsmV6F9Rh] (https://flic.kr/s/aHsmV6F9Rh)