Ein Schuljahr im Ausnahmezustand verlangt gegenüber allen SchülerInnen dieselbe Fairness

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid und SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz zeigen sich angesichts des heutigen Unterrichtsausschusses enttäuscht hinsichtlich des unsensiblen Vorgehens von Bundesminister Faßmann im Bereich der so genannten „Deutsch-Förderklassen“. Dort werde vorgegangen, als wäre das heurige Schuljahr eines wie jedes andere. Hammerschmid: „Während in vielen Bereichen wie etwa bei der freiwilligen mündlichen Matura zu Recht nach außergewöhnlichen und einem Corona-Schuljahr angemessenen Lösungen gesucht wurde, tut man ausgerechnet bei den MIKA-D-Tests zur Feststellung der Deutschkompetenz von Kindern und Jugendlichen so, als wäre heuer nichts Besonderes passiert. Es ist zynisch zu glauben, dass Sprachkompetenzerwerb über Distance Learning per Video funktionieren kann.“ Generell hält die Bildungssprecherin neuerlich den gemeinsamen Standpunkt von Wissenschaft, 80 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer und der SPÖ fest, wonach das Konzept der Deutsch-Förderklassen abzulehnen sei, weil es zur Stigmatisierung und Separierung der Kinder führe und auch aus bildungswissenschaftlicher Perspektive kontraproduktiv sei. ****

Auch Abgeordnete Yilmaz schlägt in dieselbe Kerbe: „Kinder sollen gemeinsam lernen und individuell bestmöglich in Deutsch gefördert werden. Das gelingt aber am besten in der Klassengemeinschaft. Das jetzige System segregiert unsere Kinder auf deren Kosten und trennt sie nicht nur in Klassen, sondern auch nach sozialer Klasse. Faßmann soll endlich die wissenschaftlichen Erkenntnisse, Erfahrungen der LehrerInnen und die Interessen der Schulstandorte berücksichtigen und dieses ideologisch motivierte, türkis-blaue Unsinns-Projekt der Deutsch-Förderklassen wieder abschaffen.“

Abschließend halten die beiden fest: „Gerade ein Schuljahr im coronabedingten Ausnahmezustand verlangt gegenüber allen Schülerinnen und Schülern dieselbe Fairness.“ (Schluss) lk/bj