Nationalrat – Rendi-Wagner: „Frauen am stärksten von der Krise betroffen – arbeiten wir gemeinsam an einer Lösung!“

SPÖ-Chefin: „Frauen fühlen sich von Regierung im Stich gelassen“ – SPÖ fordert Arbeitsmarktpaket, Soforthilfe für Alleinerziehende und Ausbau der Kinderbetreuung

– Die SPÖ hat den heutigen Weltfrauentag zum Anlass genommen, gemeinsam mit den anderen Oppositionsparteien eine Sondersitzung des Nationalrats zum Thema „Frauen dürfen nicht die Verliererinnen der Corona-Krise sein!“ einzuberufen. „Die Corona-Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger auf die schon vorher vorhandenen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in unserer Gesellschaft“, sagte SPÖ-Vorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner am Montag und hielt fest: „Am stärksten von dieser Krise betroffen sind die Frauen.“ Unsicherheiten am Arbeitsplatz, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Einkommensverluste, Perspektivenlosigkeit sowie die ungleiche Verteilung unbezahlter Arbeit bringen viele Frauen an ihre Grenzen. Klar sei: „Diese Krise löst sich nicht von allein. Wir müssen aufpassen, dass aus dieser Jahrhundertpandemie keine Pandemie der Armut wird“, warnt Rendi-Wagner, dass deren erste Opfer die Frauen wären. „Das darf nicht passieren! 4,5 Millionen Frauen im Land erwarten sich entschlossenes Handeln von der Regierung, um diese Gefahr abzuwenden. Es ist die Aufgabe von Ihnen, Herr Bundeskanzler, niemanden im Stich zu lassen – schon gar nicht die Frauen, die diese Krise stemmen“, fordert die SPÖ-Chefin umgehend ein Konjunkturpaket, Soforthilfe für Alleinerzieherinnen, Umschulungsprogramme und 50 Prozent der AMS-Mittel für Frauen sowie die Erhöhung des Arbeitslosengelds. „Das Wichtigste ist, dass rasch und konsequent gehandelt wird. Fangen wir an, gemeinsam daran zu arbeiten!“, so Rendi-Wagner.

„Es sind vor allem die Frauen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten und die diese Krise stemmen. Während der Lockdowns, wo die meisten Menschen geschützt zu Hause sind, waren und sind es die Frauen, die trotzdem in ihrer Arbeit waren: die PflegerInnen und Krankenschwestern, die Mitarbeiterinnen in den Supermärkten. Diese systemrelevanten Arbeitsplätze sind zu zwei Dritteln mit Frauen besetzt, sie sind die Heldinnen dieser Krise!“, erinnerte Rendi-Wagner. Die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt habe sich in den letzten zwölf Monaten gravierend verschlechtert. „Es ist eine traurige Tatsache, dass diese Krise viele Verlierer und vor allem Verliererinnen hat. Fakt ist: Die Corona-Krise trifft die Frauen am Arbeitsmarkt ganz besonders stark.“

Eine wesentliche Voraussetzung dafür, Frauen wieder in Beschäftigung zu bringen, seien qualitativ hochwertige Ganztags-Kindergärten und -Schulen, für deren Ausbau die SPÖ weiter kämpft. „Der Backlash, den so viele Frauen jetzt erleben, muss aufgehalten werden. Wir dürfen uns im Kampf für echte Gleichstellung nicht zurückwerfen lassen“, bekräftigte die SPÖ-Chefin. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie führe zu einer höheren Erwerbsquote bei Frauen und dazu, dass die Lohnschere geschlossen und Altersarmut abgewendet werden kann.

Die Ungleichbehandlung von Frauen werde in der Krise noch verschärft. „So viele Frauen haben ihre existenzielle Sicherheit und das Vertrauen in sich selbst, in ihre Zukunft und auch in die Politik verloren. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Diese Perspektivenlosigkeit, die diese Frauen spüren, ist brandgefährlich“, warnt die SPÖ-Chefin. Dazu komme die Mehrfachbelastung aus Home-Office, Home-Schooling, Haushalt und der Pflege von Angehörigen, die seit Beginn der Krise auf den Schultern der Frauen lastet: „Der Anteil der unbezahlten Arbeit hat sich für die Frauen vergrößert“, so Rendi-Wagner. Gesundheitliche Probleme hätten extrem zugenommen.

In der Corona-Krise werden auch immer mehr Frauen Opfer von Gewalt, die häusliche Gewalt nimmt zu. „Das ist alarmierend, da dürfen wir nicht wegschauen!“, fordert Rendi-Wagner u.a. die rasche Umsetzung eines Gewaltschutz‑Sofortpakets.