Lohntransparenz muss Frauen in der Krise stärken

MEP Evelyn Regner

„Lange hat der Vorschlag auf sich warten lassen, umso wichtiger, dass die EU-Kommission im Vorfeld des Weltfrauenkampftages endlich verpflichtende Maßnahmen gegen den Gender Pay Gap präsentiert“, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für Frauenrechte und Gleichstellung, Evelyn Regner. *

Im Vorschlag finden sich zentrale, langjährige Forderungen des Europaparlaments wieder, so die SPÖ-Abgeordnete. „Neben einem umfassenden Entschädigungsanspruch soll es auch eine Beweislastumkehr zugunsten von benachteiligten Beschäftigten geben. Das ist insofern wichtig, da Frauen gleich von Anfang an einen Nachteil haben, wenn sie die Diskriminierung vor Gericht beweisen müssen. Außerdem gibt es Regelungen zur internen und öffentlichen Transparenz, wer wie viel verdient. Das soll aber nicht nur für die großen Betriebe gelten, sondern Standard für alle Unternehmen in Europa werden. Damit werden die ArbeitgeberInnen zur Verantwortung gezogen. Diese Transparenz wird einiges aufzeigen und so kann sich endlich auch nachhaltig etwas ändern. Denn Frauen verdienen im europaweiten Vergleich noch immer durchschnittlich 14 Prozent weniger als Männer. In Österreich liegt der Gender Pay Gap mit 19,9 Prozent nochmals deutlich über dem EU-Schnitt. Diese Ungerechtigkeit zieht sich für Frauen ein ganzes Leben durch, verschärft sich wenn sie Kinder bekommen und gipfelt in einer alarmierend hohen Pensionslücke und Armut für Frauen.“

Der Vorstoß der EU-Kommission sei auch deshalb besonders wichtig, da die Pandemie die Situation für Frauen noch einmal dramatisch verschlimmert habe. „Der diesjährige Frauenkampftag am 8. März steht ganz im Zeichen von COVID-19. Denn die Coronakrise ist eine Krise der Frauen. Es sind vor allem Frauen, die die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Virus in seiner ganzen Heftigkeit zu spüren bekommen. Frauen tragen nach wie vor die Hauptlast im Haushalt, sind häufig von Arbeitslosigkeit und prekären Arbeitsverhältnissen betroffen und der Lohnunterschied führt zu niedrigen Pensionen. Für ein selbstbestimmtes Leben braucht es aber finanzielle Unabhängigkeit. Und dafür wiederum brauchen wir eine gerechte Bezahlung und umfassende Lohntransparenz zwischen Frauen und Männern.“ (Schluss) ls

Rückfragehinweis:
Katharina Steinwendtner, Pressesprecherin der SPÖ-Europaabgeordneten
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