Für Blümel sind Frauen in Teilzeit offenbar gut aufgehoben

Bild: Julia Hitthaler

„Für ÖVP-Finanzminister Blümel sind Frauen offensichtlich generell Gering- oder ZuverdienerInnen. Von der Arbeitsrealität von Frauen in Österreich hat er, wie es scheint, keine Ahnung“, kommentiert SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim eine Anfragebeantwortung des Ministers, in der es um steuerliche Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensschere geht. Hintergrund der Anfrage waren die Kritik von Budgetdienst und Rechnungshof.

So wurde das Wirkungsziel zur gleichmäßigeren Verteilung der Erwerbsarbeit und unbezahlten Arbeit zwischen Frauen und Männern heuer ersetzt. Der RH attestierte Handlungsbedarf bei der Beseitigung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Arbeitswelt, insbesondere auch beim Einkommenssteuerrecht.

„Es ist bedauerlich, dass sich der Minister dieser Kritik nicht stellt. Es ist wichtig, Frauen Vollzeitarbeit zu ermöglichen, das ist die beste Existenzsicherung. Dazu braucht es entsprechende Kinderbetreuungsangebote mit einem Rechtsanspruch und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Worin Blümel Erwerbsanreize für Frauen durch den Familienbonus plus sieht, kann ich mir nicht erklären. Zum Schließen des Gender Pay-Gap und mehr Vollzeit wird das jedenfalls nicht beitragen“, ist Yildirim überzeugt. Eine Möglichkeit wäre auch die stärkere Besteuerung von Überstunden auf Arbeitgeberseite. „Das hilft, einerseits zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und sowohl die bezahlte als auch die unbezahlte Arbeit besser zwischen Frauen und Männern aufzuteilen. Das wäre für beide ein Gewinn, denn viele Männer würden sich gerne einbringen, wenn sie nicht ständig über die Normalarbeitszeit hinaus arbeiten müssten. Frauen wollen nicht noch 100 Jahre auf gerechte Einkommen warten“, stellt Yildirim klar.

SERVICE: Der Link zur Anfrage: [https://tinyurl.com/yckvxh9v] (https://tinyurl.com/yckvxh9v)