Hammerschmid: Deutschförderung braucht eine Generalsanierung

SPÖ-Bildungssprecherin zu Kritik der PädagogInnen an Deutschförderklassen

Die Studienergebnisse von Susanne Schwab vom Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität Wien bestätigen wieder einmal, dass das Modell der Deutschförderklassen anderen Sprachfördermodellen unterlegen ist. Das legen nicht nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse dar, auch die PädagogInnen sind davon überzeugt: 80 Prozent der befragten PädagogInnen bevorzugen ein integratives Modell – das heißt Deutschförderung in der Klasse. Das bedeutet: „Es braucht eine Generalsanierung der Deutschförderung an Schulen. Sowohl der Deutschförderklassen und –kurse als auch der Sprachstandfeststellung MIKA-D. Wir werden dazu morgen auch einen Antrag im Parlament einbringen.“

Die Studie von Susanne Schwab zeigt klar auf, warum Sprachförderung in den Deutschförderklassen nicht optimal funktionieren kann: die Kinder erfahren soziale Ausgrenzung, die Klassen sind mit SchülerInnen verschiedener Altersgruppen und mit verschiedenen Sprachkenntnissen durchmischt und viel zu groß, es fehlen gleichaltrige Mitschüler mit Deutsch als Muttersprache, ein Großteil der PädagogInnen hat keine Ausbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache. Nur 38 Prozent der Unterrichtenden in den Deutschförderklassen und 44 Prozent derjenigen, die einen Deutschförderkurs unterrichten, haben diese Ausbildung. Es ist einleuchtend, dass unter solchen Bedingungen Deutschförderung nicht optimal funktionieren kann“, resümiert die SPÖ-Bildungssprecherin. Daher habe sie in ihrer Zeit als Bildungsministerin auf integrative Sprachförderung gesetzt.

Dass das segregierende Modell der Deutschförderklassen, welches unter Türkis-Blau eingesetzt wurde, auch unter Türkis-Grün weiterläuft, war für Hammerschmid überraschend. „Besonders weil es dem breiten wissenschaftlichen Konsens widerspricht, wie Sprachförderung am besten funktioniert.“ Für die SPÖ-Mandatarin geht es darum, „aufgrund von wissenschaftlichen Ergebnissen das richtige Fördermodell zu wählen und die PädagogInnen dahingehend auszubilden. Auch die frühkindliche Sprachförderung im Kindergarten darf dabei nicht vergessen werden.“ „Legen wir unsere parteipolitischen Scheuklappen ab und arbeiten an einem Modell, das den wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht und die Kinder in den Mittepunkt stellt“, schließt die Abgeordnete.