Lockerungen müssen kontrolliert, schrittweise und behutsam erfolgen!

Bild: Knie

Im Rahmen des „Roten Foyer” nahm SPÖ-Bundesparteivorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner heute, Dienstag, zu den aktuellen Corona-Entwicklungen Stellung und forderte, dass „Lockerungen nur schrittweise, kontrolliert und behutsam erfolgen“ müssen. Der zweite Lockdown sei als „Notbremse“ notwendig gewesen, „um eine Katastrophe in den Spitälern zu vermeiden“. „Das Wichtigste ist, dass über den Lockdown hinaus die Kontrolle über das Infektionsgeschehen behalten wird. Wenn es gelingt, die Kontrolle zu behalten, bin ich zuversichtlich, dass wir es gemeinsam schaffen können, einen dritten Lockdown zu vermeiden“, so Rendi-Wagner. „Die Fehler der Bundesregierung nach dem ersten Lockdown im Frühling, alle Maßnahmen mit einem Schlag fallen zu lassen, dürfen sich jetzt keinesfalls wiederholen“, so Rendi-Wagner, die bekräftigt: „Für Einkaufsrausch und Hüttengaudi ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“ ****

Die sinkenden Covid-Fallzahlen bezeichnet Rendi-Wagner als „vorsichtige Entspannung“. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Maßnahmen des weichen Lockdowns, die Effekte des harten Lockdowns werden erst ab dieser Woche deutlich. „Deswegen besteht die Hoffnung, dass es zu einer weiteren Senkung der täglichen Fallzahlen kommen wird.“ Bei dem Weg aus dem zweiten Lockdown sei entscheidend, „dieses niedrige Fallniveau stabil zu halten – nicht nur wenige Tage, sondern über die nächsten Wochen und Monate.“

„Die Öffnungen müssen mit begleitenden Maßnahmen erfolgen“, so Rendi-Wagner, die einen „Begleitschutz für alle Öffnungsschritte“ fordert. Zentral dabei sei der Schulbereich: „Es braucht klare Sicherheitsregeln zum Schutz aller“, so Rendi-Wagner, die FFP2-Masken für alle LehrerInnen fordert. Es sei wichtig, dass „Schulen nie wieder geschlossen werden“, so die SPÖ-Vorsitzende, die wöchentliche Schnelltests für PädagogInnen fordert, um Infektionen rasch zu erfassen.

Regelmäßige Tests brauche es auch im Bereich der Alters- und Pflegeheime. Wenn man an Prävention- und Schutzmaßnahmen denkt, müsse genau hier angesetzt werden, so Rendi-Wagner, die betont, dass 38 Prozent der Covid-Toten aus Alters- und Pflegeheimen stammen. „Ich warne vor einfachen Schwerpunkttestungen. Es braucht Systematik und Regelmäßigkeit.“ Gleiches gelte auch für die Massentests. Diese nennt Rendi-Wagner „eine sinnvolle Ergänzung, wenn sie regelmäßig gemacht werden“.

Schließlich betonte Rendi-Wagner, wie wichtig ein effizientes Contact Tracing ist. „Wir haben die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren, weil das Contact Tracing den Fallzahlen nicht gewachsen war.“ Um einen dritten Lockdown verhindern zu können, muss das Contact Tracing „auf stabile Beine gestellt werden“. Aktuell sind über 450.000 Menschen arbeitslos: „Es wäre nur vernünftig und logisch, aus dem Pool der hunderttausenden Arbeitslosen gezielt Menschen zu rekrutieren, zu schulen und zu Contact Tracern zu machen“, so Rendi-Wagner, die einen österreichweiten Plan fordert. (Schluss) ls/lp