Yildirim für verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings – Konzept liegt längst vor

Kritik der Gewaltschutzeinrichtungen an ÖVP-Innenminister verständlich

„Die Arbeit mit den Tätern ist ein wichtiger Teilbereich, wenn es um den Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt geht. Der gestrige Vorschlag von ÖVP-Innenminister Nehammer wurde aber zu Recht von den Gewaltschutz- und Opferschutzeinrichtungen kritisiert“, erklärt SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim heute, Mittwoch, gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. „Die Anti-Gewalt-Trainings mit Tätern gibt es bereits und sie haben sich bewährt. Ich setze mich dafür ein, dass diese verpflichtend zu absolvieren sind. Einen entsprechenden Antrag habe ich im Nationalrat längst eingebracht. Die Umsetzung scheitert aber an den Regierungsparteien. Das gilt ebenso für die opferschutzorientierte Täterarbeit“, so Yildirim.

Anti-Gewalt-Trainings können Rückfälle verhindern und helfen dabei, Lösungsstrategien für eine gewaltfreie Konfliktlösung aufzuzeigen. Aktuell sind sie im Rahmen der Bewährungshilfe möglich. „Das Problem ist, dass nur sehr wenige Täter an diese Trainings verwiesen werden. Diese Quote gilt es zu erhöhen. Eben mit einer Verpflichtung.“ Die Trainings dauern mehrere Monate. Lediglich Beratungsstunden für die Täter zu installieren und gleichzeitig die Opferschutzeinrichtungen finanziell an der kurzen Leine zu halten, stoße verständlicherweise auf Unmut. „Den Opfern stehen fünf Beratungsstunden zur Verfügung, den Tätern künftig sechs. Gleichzeitig haben sich etablierte Einrichtungen nicht für die Beratung der Täter beworben. Das sollte der Regierung zu denken geben,“ so die SPÖ-Justizsprecherin