Unser Plan für ein effektives Corona-Krisenmanagement

Von einer „dramatischen Entwicklung“ in Spitälern sprach  SPÖ-Bundesparteivorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner im Rahmen einer Pressekonferenz, bei der sie ihren „5-Punkte-Plan für ein effektives Corona-Krisenmanagement“ vorstellte.

„Die Notbremse, um einen Kollaps der Intensivstationen zu vermeiden, war notwendig“, sagt Rendi-Wagner, die an die türkis-grüne Bundesregierung appelliert, aus Fehlern zu lernen und vorausschauend zu planen: „Jetzt muss die Zeit genützt werden, alles zu tun, um einen dritten Lockdown zu verhindern“, sagt Rendi-Wagner. „Dazu muss das Corona-Krisenmanagement dramatisch verbessert werden: Es muss effizienter, stabiler und vorausschauend werden.“ Klar sei nämlich, dass das Virus nach dem Total-Lockdown nicht verschwinden werde. Bis der Impfstoff, in den Rendi-Wagner „große Hoffnung“ setzt, flächendeckend zur Verfügung stehe, „braucht es gezielte Maßnahmen, um einen vorausschauenden Strategiewechsel im Corona-Krisenmanagement zu erzielen. Die Regierung darf sich jetzt nicht zurücklehnen und muss alles dafür tun, dass nach dem zweiten Lockdown die Kontrolle über das Virus behalten wird, sonst kontrolliert das Virus uns“, sagt Rendi-Wagner. Damit dies nicht passiert, schlägt Rendi-Wagner einen 5-Punkte-Plan vor.

Dazu zählt erstens die Aufstockung des Personals für das Contact Tracing um zusätzliche 1.000 Personen. „Die Kontaktpersonennachverfolgung ist die wirksamste Waffe in der Pandemiebekämpfung“, so Rendi-Wagner. Außerdem können so wichtige Daten über Ansteckungsarten und Ansteckungswege gewonnen werden. Rendi-Wagner schlägt der Regierung vor, einen österreichweiten Plan für das Contact Tracing vorzulegen, man dürfe sich hier nicht „hinter dem Föderalismus verstecken“.

Zweitens brauche es eine österreichweite Teststrategie für Antigen- und PCR-Tests. Schnelltests sollten vor allem in Pflege- und Altersheimen zum Einsatz kommen. Rendi-Wagner schlägt vor, das Personal wöchentlich und BesucherInnen beim Eingang zu testen. Um Schulen „zu sicheren Orten zu machen“, brauche es auch dort regelmäßige Tests für das Lehrpersonal. Zum Vorschlag der türkis-grünen Regierung, Massentests in der Bevölkerung durchzuführen, sagt Rendi-Wagner: „Für ein aussagekräftiges Gesamtbild müssten die Tests nach fünf bis zehn Tagen wiederholt werden. Zu hoffen ist jedenfalls, dass die Diskussion der Regierung nicht nur eine reine mediale Ankündigung war, weil viele Menschen jetzt einen Test erwarten.“

Drittens müsse rasch damit begonnen werden, eine Corona-Impfstrategie auszuarbeiten. „Die Regierung kann nicht warten, bis der erste Impfstoff ausgeliefert wird, sondern sollte schon jetzt Vorbereitungen treffen.“ Um dann rasche Impfungen zu ermöglichen, müssen Transport und Lagerung des Impfstoffs organisiert werden, es braucht ein IT-System zur einfachen Anmeldung und Abwicklung der Impfung sowie Impfzentren und mobile Impfteams in ganz Österreich.

Viertens müssen die Intensivstationen für den Worst Case aufgerüstet werden. Um in der Lage zu sein, vor allem intensivmedizinische Kapazitäten hochzufahren, brauche es einen „österreichweiten Plan für gezielte Umschulungen in den Krankenhäusern für den Worst Case“. Die Regierung dürfe dabei die Spitäler nicht alleine lassen.

Fünftens sind klare Regeln notwendig, wie die Maßnahmen im Dezember gelockert werden. Diese Lockerungen müssen „vorsichtig, kontrolliert und schrittweise erfolgen“. Es mache laut Rendi-Wagner keinen Sinn, „alle Maßnahmen und Masken fallen zu lassen“. So werde die generelle Maskenpflicht in Innenräumen „jedenfalls beizubehalten“ sein. Außerdem brauche es für den Tag nach dem Lockdown Sicherheitskonzepte für die verschiedenen Bereiche des Lebens – vor allem für die Schulen, aber auch für den Tourismus. All das sei „österreichweit zu regeln“, so Rendi-Wagner, die auch „strenge Einreiseregeln“ und Quarantäne mit Tests am fünften Tag vorschlägt.