Frauenpolitischer Backlash ist alarmierend!

„Die Frauen in Österreich spüren bereits einen deutlichen Backlash. Das ist alarmierend!“, so SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek zu einer aktuellen Umfrage des Jobportals StepStone.

Demnach hat jede zweite Frau den Eindruck, dass die Corona-Krise die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verschärft hat und Frauen während des Lockdowns wieder vermehrt in traditionelle Rollen gerutscht sind. Auch die Zufriedenheit von Frauen im Job ist dramatisch gesunken. Etwa jede Dritte ist aktuell sehr unzufrieden mit ihrem Job – vor Corona lag dieser Wert noch bei acht Prozent. **

„Die Regierung lässt Frauen mit all ihren Sorgen alleine. Das Chaos um die Schulschließungen und den aufgeweichten Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit im Lockdown sind ein deutliches Zeichen dafür. Frauen sollen wieder einmal alles gleichzeitig machen: Kinder betreuen, die Pflege der Angehörigen übernehmen, wenn es Engpässe gibt, und gleichzeitig arbeiten. Das geht sich nicht aus!“ so Heinisch-Hosek.

„Frauen werden aus dem Arbeitsmarkt gedrängt und die Regierung sieht tatenlos zu! Ich frage mich, worauf wartet Frauenministerin Raab?“, so Heinisch-Hosek. Die SPÖ fordert ein Lohngesetz nach dem Vorbild Islands, einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei, eine verkürzte Vollzeit und eine bessere Aufteilung der Familienarbeit sowie einen raschen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen. „Dass die Regierung ihre Ziele bei der Kinderbetreuung mit der Begründung gesenkt hat, dass viele Eltern arbeitslos sind, ist zynisch!“, so die SPÖ-Frauenvorsitzende. „Es braucht dringend einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen gratis Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr. Arbeiten wir gemeinsam, damit wir nicht in ein Rollenbild wie in den fünfziger Jahren zurückfallen. Wir lassen uns unsere lang erkämpften Fortschritte nicht zunichtemachen!“, so Heinisch-Hosek.