Lockdown – Rendi-Wagner für offene Schulen

Regierung verantwortlich für weltweit höchsten Anstieg an Neuinfektionen – Hätte seit Monaten Zeit gehabt, Sicherheitskonzepte für Schulen zu entwickeln

In einer Pressekonferenz im Vorfeld des Hauptausschusses des Nationalrats erneuert SPÖ-Vorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner ihre Forderung nach offenen Schulen: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es grundfalsch ist, Schulen zu schließen. Sowohl nationale als auch internationale Studien belegen, dass Kinder in der Schule kein relevanter Infektionstreiber sind“, so die SPÖ-Vorsitzende. „Natürlich können sich Kinder infizieren, aber wir wissen, dass Kinder verglichen mit Erwachsenen nur ein Zehntel der Infektionsrate haben“, so die SPÖ-Vorsitzende. Rendi-Wagner habe immer einen konstruktiven, sachlichen und lösungsorientierten Zugang, um gemeinsam diese Jahrhundertkrise zu bewältigen. „Aufgrund des Versagens der Regierung im Corona-Management ist eine Notbremsung mit verschärften Maßnahmen auch notwendig“, so Rendi-Wagner. Schulschließungen könne sie jedoch aus fachlicher Sicht nicht mittragen.

„Schulen zusperren kann jeder. Seit Monaten hätte die Regierung die Verantwortung gehabt, Sicherheitskonzepte für die Schulen zu entwickeln, um Schulen zu sicheren Orten zu machen und dazu beizutragen, dass PädagogInnen und SchülerInnen sicher sind. Doch die Regierung hat die Schulen alleine gelassen und kein Sicherheitskonzept entwickelt“, kritisiert die SPÖ-Vorsitzende. Aktuelle Ages-Daten belegen, dass die 15 bis 18-jährigen OberstufenschülerInnen, die bereits seit über zwei Wochen im Distance Learning sind, eine höhere Infektionshäufigkeit als in der Schule zeigen, so Rendi-Wagner. Schulen zuzusperren habe wenig Nutzen, aber große wirtschaftliche und gesundheitliche Nebenwirkungen, warnt Rendi-Wagner. „Allein schon durch die mangelnde Bewegung bekommen mehr Kinder Übergewicht und es kommt zu mehr psychischen Problemen. Und auch die Bildungslücke tragen Kinder wie einen Rucksack ein Leben lang mit.“

Österreich habe durch das Versagen der Regierung den weltweit höchsten Anstieg an Neuinfektionen – vom Vorzeigeland im Frühjahr zum Schlusslicht weltweit. „Dafür trägt die Regierung die Hauptverantwortung“, so Rendi-Wagner. Da es in den nächsten Tagen zu Engpässen auf den Intensivstationen kommen könnte, sei der neuerliche Lockdown grundsätzlich aber notwendig. Die SPÖ-Vorsitzende stellt klar: „Ja, es braucht eine Notbremse. Aber Schulen zu schließen, ist keine wirksame, aber dafür eine umso schädlichere Maßnahme. Das habe ich immer gesagt und ich habe in den letzten Wochen wiederholt vor diesem Schritt gewarnt.“ Da die Schulschließungen aus fachlicher Sicht nicht mitzutragen seien, wird die SPÖ dem Gesamt-Lockdown-Paket heute nicht zustimmen, stellt Rendi-Wagner klar.