Feministisches Konjunkturpaket jetzt!

(c) Sebastian Philipp

SPÖ-Frauenvorsitzende fordert dringend echte Kraftanstrengung für Frauen in diesem Land. Frauen dürfen nicht die Verliererinnen der Krise sein!

Anlässlich des heute stattfindenden Treffens zwischen Bundesregierung und den Sozialpartnern appelliert SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek an die Regierung – im Speziellen an die Frauen- und Arbeitsministerin – statt einer weiteren PR-Show konkrete Maßnahmen für die Frauen in diesem Land vorzulegen. „Wir brauchen ein feministisches Konjunkturpaket, damit Frauen nicht zu den Verliererinnen der Corona-Krise werden. Zahlreiche Vorschläge liegen am Tisch“, so Heinisch-Hosek. Im Parlament gebe es bereits SPÖ-Anträge, die Maßnahmen – insbesondere für Frauen – vorsehen. „Diese müssten nur beschlossen werden“, so Heinisch-Hosek. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem, dass 50 Prozent der AMS-Mittel fix für Frauen gebunden werden, ein kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei, die Lohntransparenz nach dem Vorbild Islands, kürzere Vollzeit für eine gerechte Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit, ein Rechtsanspruch auf einen ganztägigen gratis Kinderbetreuungsplatz sowie 50 Euro mehr Pension jeden Monat für eine höhere Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten. Darüber hinaus fordert die SPÖ klare frauenpolitische Schwerpunkte bei der von der Regierung geplanten Arbeitsstiftung. „Auch die Aus- und Weiterbildungsmaßnahen brauchen einen klaren frauenpolitischen Fokus“, so Heinisch-Hosek.

Obwohl so viele Frauen wie noch nie in einer Regierung sind, ist das Krisenmanagement männlich. „Männliches Krisenmanagement ignoriert die Frauen. Wir SPÖ-Frauen verlangen ein feministisches Konjunkturpaket, damit nicht Frauen die Verliererinnen der Krise sind“, so die SPÖ-Frauenvorsitzende. Frauen werden erneut mit der Mehrfachbelastung von Kinderbetreuung, Bildungsarbeit und Job alleine gelassen. „Daher braucht es einen großen Maßnahmenplan, der den flächendeckenden Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen und einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit für ArbeitnehmerInnen, der vom Bund finanziell abdeckt ist, umfasst“, so Heinisch-Hosek.

Die Corona-Krise hat enorme Auswirkungen auf die Beschäftigung – insbesondere auf jene von Frauen. Ende August 2020 waren rund 422.910 Personen von Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) betroffen, davon 204.408 Frauen. Die neuesten Zahlen belegen, dass die Arbeitslosigkeit bei Frauen langsamer sinkt als bei Männern. Frauen sind länger und öfter arbeitslos und sie erhalten ein niedrigeres Arbeitslosengeld. Die Corona-Krise verstärkt die soziale Ungleichheit in Österreich, fehlende Aktivitäten seitens Bundesregierung verschärfen somit die soziale Krise im Land.