SPÖ-Stufenplan gewährleistet sicheren Schulstart

(c) Daniel Gebhart de Koekkoek

SPÖ-Bildungssprecherin: Schulschließungen verhindern – mit Prävention, engmaschigen Tests für PädagogInnen und „Schnupfenregeln“

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid hat am Donnerstag bei einer Pressekonferenz das SPÖ-Konzept für einen sicheren Schulstart vorgestellt. Der Stufenplan sieht Präventionsmaßnahmen, eine Schul-Teststrategie für PädagogInnen und „Schnupfenregeln“ vor. „Kinder haben ein Recht auf Bildung und Eltern Anspruch auf Unterstützung. Was wir brauchen, ist Verlässlichkeit und Klarheit über die Modalitäten des Schulstarts im Herbst und eine klare Vorgehensweise, was bei einem Verdachtsfall oder bestätigten Fall passiert“, so Hammerschmid. Hauptziel sei, dass willkürliche Schulschließungen ohne Evidenz, wie etwa in Oberösterreich, nicht mehr passieren. „Es geht nicht, dass 100.000 Kinder wegen einiger Infektionen zuhause bleiben müssen“, so Hammerschmid. Der Schaden sei immens: „Nicht nur, dass wir viele Kinder, insbesondere aus bildungsferneren Schichten, im Homeschooling ‚verloren‘ haben, die Kinder leiden auch psychisch, weil ihnen ihre Freunde fehlen. Das ist nicht zumutbar“, so Hammerschmid. Auch das viel diskutierte Ampelsystem für die Bezirke soll nicht zu automatischen Schließungen führen, jede Schule sei gesondert zu betrachten.

Die SPÖ-Bildungssprecherin kritisiert, dass bis dato vom Bildungsminister keine klaren Vorgaben für die Sommerschulen und den regulären Schulstart präsentiert wurden, dafür sei es allerdings „hoch an der Zeit. Wir helfen dem Bildungsminister gerne“. Der SPÖ-Stufenplan für einen sicheren Schulstart sieht drei Säulen vor: Prävention, eine Teststrategie und einen „Schnupfenplan“.

Zur Prävention soll es zum einen freiwillige Gratis-Covid-Tests für ReiserückkehrerInnen geben, da derzeit, etwa in Vorarlberg, 80 Prozent der Infizierten aus dem Urlaub kamen. An den Schulen selbst gehe es um klare Hygienerichtlinien vom Mindestabstand bis zum Händewaschen. Des Weiteren sollen anwesende SchülerInnen und das Schulpersonal dokumentiert werden und die SchülerInnen im Klassenverband bleiben. Solange es geht, soll der Unterricht im Freien stattfinden. „Die entsprechende Schulveranstaltungsverordnung kann der Bildungsminister rasch dahingehend ändern“, so Hammerschmid.

Bei der zweiten Säule, der Teststrategie, soll bei den PädagogInnen angesetzt werden, denn Kinder sind laut Studien keine Superspreader. „Die PädagogInnen müssen, wie das Gesundheitspersonal, ins Screeningprogramm aufgenommen und engmaschig getestet werden. Vom Test bis zum Ergebnis darf es maximal 24 Stunden dauern. Das ist auch möglich“, so Hammerschmid. Bei den SchülerInnen soll es Stichproben mittels einfach anwendbarem Gurgeltest geben. Bei einem Verdachtsfall soll sofort getestet werden und die Person in Quarantäne gehen. Erst bei einem positiven Ergebnis sollen alle Kontaktpersonen getestet werden. Die Testungen sollen wissenschaftlich begleitet werden, um die Strategie auch anpassen zu können. „So bekommt man das Thema Covid an den Schulen rasch und gut in den Griff“, so die SPÖ-Bildungssprecherin.

Zur dritten Säule, den „Schnupfenregeln“, sagte Hammerschmid, dass im Herbst auch wieder Grippe- und Rhinoviren zu erwarten sind. Die Symptome seien schwer von Covid-19 unterscheidbar. „Was sollen Eltern oder LehrerInnen tun, wenn ein Kind niest oder hustet? Es nach Hause oder zum Arzt schicken? Die Antwort lautet: Tests, Tests, Tests. Wir fordern, dass jedes Kind zu Schulbeginn mit einem Gurgeltest für zuhause ausgestattet wird“, so Hammerschmid. „Und wir fordern eine ‚fast lane‘ für Schulen, Kinder und PädagogInnen. Sie müssen Priorität analog zum Gesundheitswesen haben“, betont SPÖ-Bildungssprecherin Hammerschmid. Wien sei in Sachen „fast lane“ vorausgegangen, es gebe bereits eigene Ansprechpartner pro Schule als direkten Draht zur Gesundheitsbehörde.

Zudem brauche es klare Informationen, etwa darüber, dass es bereits jetzt einen bezahlten Anspruch auf Betreuung gibt, wenn etwa ein Kind nach Hause geschickt wird und nicht anders betreut werden kann. Hammerschmid fordert die zuständigen MinisterInnen auf, darüber zu informieren. Auch gratis Grippeimpfungen an den Schulen für den Herbst seien gefordert.