Hammerschmid: Ausbildung ist immer eine Alternative zur Jugendarbeitslosigkeit

NRin Sonja Hammerschmid Bild: Parlamentsdirektion/Simonis

„Wo ist das Wollen der zuständigen MinisterInnen, Chancen fürcdie Jugendlichen zu schaffen?“

„Das Problem ist nicht das Können oder das fehlende Wissen. Das Problem ist das Wollen, konkret und schnell zu handeln“, kritisierte SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid die Regierung für das Nichtstun in Sachen Jugendarbeitslosigkeit. Die Zahlen seien bekannt: Im Herbst werden 7.000 bis 8.000 Lehrstellen fehlen, die Zahl der Jugendlichen, die nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung sind, werde von 65.000 auf 93.000 steigen. Aber wie Ökonom Markus Marterbauer ausgeführt hat: „Die Jugendarbeitslosigkeit könnte eigentlich Null sein, weil es für Jugendliche immer die Alternative Ausbildung gibt.“

Klar sei: Jobs können nicht so einfach geschaffen werden, weil Konjunkturpakete wirken müssen. Aber die Bundesregierung habe es in der Hand, rasch Ausbildungsplätze zu schaffen und die Bildungsmöglichkeiten auszuweiten. Es gelte lediglich die Finanzierung und Logistik aufzustellen, um zusätzlich Jugendliche in überbetrieblichen Ausbildungsstätten und Produktionsschulen unterzubringen beziehungsweise junge Menschen zu motivieren, ihre Bildungskarriere an den Berufsbildenden Schulen, in Fachhochschulen oder an Unis weiter zu verfolgen. „Wo ist das Bekenntnis zur Aufstockung der überbetrieblichen Ausbildung? Wo ist die Ausweitung der Lehrstellen in staatlichen Institutionen und Betrieben? Wo ist die Ausweitung der Plätze, sodass Jugendliche weiter in die Schule oder an eine Hochschule gehen können?“, will Hammerschmid wissen.

Vom Bildungsminister habe sie in der Corona-Krise diesbezüglich nichts gehört, so Hammerschmid. „Eine Task Force, wie von der Arbeitsministerin jetzt angekündigt, wird die Probleme der jungen Menschen nicht lösen. Die teuerste Variante ist jetzt, nicht zu handeln.“