Studierenden-Sozialerhebung – Kuntzl drängt auf bessere soziale Durchmischung an Unis

SPÖ will Aussetzen der Studiengebühren im Corona-Semester, Valorisierung der Stipendien und Abschaffung der Studiengebühren für Berufstätige

Die SPÖ drängt auf Schritte, um die soziale Durchmischung an den Unis und die finanzielle Unterstützung für Studierende zu verbessern. Wie die Studierenden-Sozialerhebung zeigt, ist die soziale Schieflage im Bildungsbereich und die Bildungsvererbung weiter stark. Positiv ausgewirkt hat sich die von der SPÖ 2017 erreichte Anhebung der Stipendien. SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl drängt nun auf weitere Schritte. Im Wissenschaftsausschuss stehen heute SPÖ-Anträge zur Abstimmung, die u.a. die Valorisierung der Studiengebühren und ein Aussetzen der Studiengebühren im Corona-Sommersemester enthalten.

Dass Bildung weiterhin stark vererbt wird, zeigen Indikatoren. Ein Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit zur Studienaufnahme von inländischen AnfängerInnen, deren Vater über keine Matura verfügt, hat sich an öffentlichen Universitäten sogar verschlechtert.  „Was die Sozialerhebung aber auch zeigt, ist die positive Wirkung der Reform der Studienbeihilfe, die die SPÖ 2017 erreicht hat und mit der Beihilfensätze und Einkommensgrenzen deutlich angehoben wurden“, sagt Andrea Kuntzl. „Jetzt müssen die nächsten Schritte folgen.“ Denn die Corona-Krise hat die soziale Situation verschärft. So ist der Anteil der Studierenden, die zur Finanzierung ihres Studiums auch berufstätig sein müssen, vor Corona von 61 auf 65 Prozent gestiegen. „Sehr viele dieser Jobs sind in den letzten Wochen und Monaten verloren gegangen, und viele Studierenden stehen jetzt vor massiven existenziellen Nöten.“

Die SPÖ fordert deshalb mehrere Maßnahmen, um die soziale Situation von Studierenden zu verbessern: So soll die Altersgrenze für Selbsterhalter-Stipendien auf 40 Jahre erhöht werden. In einem weiteren Antrag wird erneut ein Vorschlag gemacht, Studiengebühren für Berufstätige verfassungskonform abzuschaffen. Ein weiterer SPÖ-Antrag sieht die regelmäßige Valorisierung der Beihilfenhöhen und des Schemas zur Einkommensberechnung vor. Und schließlich sollen die Studiengebühren für dieses Sommersemester ausgesetzt werden, so die Forderung der SPÖ.