Rettungsanker auf dem Rad startet auf der Donauinsel

Mobile Insel-Teams der Wiener Gewässer starten mit Aktion „Ich bin dein Rettungsanker“ - Kampagne gegen sexuelle Belästigung.

„Ich bin dein Rettungsanker“ heißt es jetzt auch auf der Donauinsel. Vor fast zwei Jahren startete die erfolgreiche Aktion des Frauenservice Wien. Durch spezielle Schulungen sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema sexuelle Belästigung sensibilisiert werden – und dieser entgegenwirken.

Frauenstadträtin Kathrin Gaal: „Der ,Rettungsanker‘ setzt ein Zeichen: Sexuelle Belästigung hat auf der Donauinsel und in unserer Stadt keinen Platz!“

Ab sofort sind die Zweierteams des mobilen Inselservice der Wiener Gewässer Teil der Aktion gegen sexuelle Belästigung. Auf Fahrrädern sind die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Gewässer unterwegs – und helfen in Konfliktsituationen.

„Der ,Rettungsanker‘ ist ein sichtbares Zeichen: Sexuelle Belästigung hat auf der Donauinsel und in unserer Stadt keinen Platz! Die mobilen Inselteams sind jetzt speziell vom Frauenservice geschult. Dabei geht es darum, Frauen ernst zu nehmen und sensibel zu reagieren, wenn eine Frau von sexueller Belästigung betroffen ist“, freut sich Frauenstadträtin Kathrin Gaal über den Start für den Rettungsanker bei den Wiener Gewässern. Und: „Frauen und Mädchen sollen sich in ganz Wien sicher und wohlfühlen. Es geht beim ,Rettungsanker‘ um konkrete Hilfe und um ein respektvolles Miteinander“, so Gaal.

Frauenstadträtin Kathrin Gaal gab gemeinsam mit Marion Gebhart (Abteilungsleiterin des Frauenservice Wien), Gerald Loew (Leiter der Abteilung Wiener Gewässer) und MitarbeiterInnen der mobilen Inselteams den Startschuss für den „Rettungsanker“ auf der Donauinsel.

„Rettungsanker“ auf dem Rad: Schulung für Zweierteams des mobilen Inselservice

Seit zehn Jahren sind in der Hochsaison die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des mobilen Inselservice der Wiener Gewässer auf ihren Fahrrädern auf der Insel im Einsatz. In Zweierteams achten sie auf die Einhaltung der Spielregeln.

20 MitarbeiterInnen der mobilen Inselteams absolvierten zum Saisonstart eine Sensibilisierungsschulung im Rahmen der Kampagne „Ich bin dein Rettungsanker“.

„Der Einsatz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Rädern auf der Donauinsel hat sich seit zehn Jahren bestens bewährt“, so Gerald Loew, Leiter der Abteilung Wiener Gewässer. „Da die Donauinsel sehr weitläufig ist und verschiedenste BesucherInnengruppen anzieht, können unsere MitarbeiterInnen mit ihrer Präsenz für ein Sicherheitsgefühl sorgen. Die Schulung im Rahmen des Rettungsankers ist ein wertvolles Werkzeug im Umgang mit Vorfällen von sexueller Belästigung. Es stärkt die MitarbeiterInnen und trägt dazu bei, dass sich besonders Frauen auf der Donauinsel noch sicherer fühlen können.“

Mit Rollenspielen wurden bei der Schulung die häufigsten Konfliktsituationen durchgespielt. Dazu gehören beim Thema sexuelle Belästigung etwa Männer, die „spannen“ bzw. Frauen in der FKK-Zone beobachten oder heimlich filmen. Auch andere Konflikte wie unerlaubtes Grillen oder Hunde ohne Leine waren ein Thema.

Strategien für Konfliktsituationen auf der „Insel“

Zum Thema sexuelle Belästigung von Frauen gibt es bei den MitarbeiterInnen der Wiener Gewässer ein großes Bewusstsein. Die Sensibilisierungsschulung des Frauenservice gibt ihnen das „Werkzeug“ mit, um in Zukunft noch besser auf solche Situationen eingehen zu können. Teil der Schulung sind etwa Strategien zur Deeskalation von Konfliktsituationen und das Eingehen auf Frauen, die von Belästigung betroffen sind.

Gerade im Sommer ist die Donauinsel mit 42 Kilometern Uferlänge die Freizeitoase der Wienerinnen und Wiener – ob zum Grillen, Radfahren, Picknicken oder Spazierengehen (mit oder ohne Hund) am Wasser.

Die RadfahrerInnen des mobilen Inselservice sind täglich bis zu 100 Kilometer auf der Donauinsel unterwegs. Sie achten auf Sauberkeit, unterstützen die GrillplatzmeisterInnen oder geben Auskünfte zum Freizeitangebot. Die Inselinfo (das Informationszentrum auf der Donauinsel, 350 Meter stromabwärts der Reichsbrücke, bei der U1-Station Donauinsel) ist dabei von Mai bis September Anlaufstelle für die BesucherInnen.

Zwei Jahre „Ich bin dein Rettungsanker“: Rund 1.000 Ansprechpersonen im Einsatz

Die Kampagne „Ich bin dein Rettungsanker“ wurde am Donauinselfest 2018 auf Initiative von Frauenstadträtin Kathrin Gaal gestartet. Die erfolgreiche Aktion des Frauenservice Wien zeigt, dass sexuelle Belästigung in Wien keinen Platz hat. Der „Rettungsanker“ startete am Donauinselfest 2018 (auch 2019 war die Kampagne am Donauinselfest vertreten). Im Sommer 2018 (sowie 2019) folgten die Wiener Bäder, dann die Wiener Linien. 2019 startete der Rettungsanker mit dem Volksgarten in der Lokalszene. Ab sofort ist das mobile Inselservice der Wiener Gewässer an Bord. Das Motto: „Wir schauen aufeinander und die Stadt schaut auf dich.“

Insgesamt wurden im Rahmen der „Rettungsanker“-Kampagne mehr als 1.000 MitarbeiterInnen sensibilisiert und waren als Ansprechpersonen im Einsatz.

„Rettungsanker“-Schulungen: Kostenlose Erstgespräche beim Frauenservice Wien

Wer Interesse am „Rettungsanker“ hat: Das Frauenservice bietet Schulungen an, steht aber auch darüber hinaus mit Wissen zum Thema zur Verfügung. Erstgespräche werden kostenlos angeboten. Infos gibt es unter der E-Mail-Adresse rettungsanker@nullwien.gv.at oder unter frauen.wien.at