Yildirim: Keine Rückedeckung für sexistische Übergriffe im Namen des Feminismus

Entsetzt ist die Tiroler SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim über den Umgang mit der sexistischen Äußerung von ÖVP-LHStv. Josef Geisler. „Dass die Grünen hier eine Art Sanktus für frauenfeindliche Übergriffe geben, ist zutiefst enttäuschend. Es wäre in der Verantwortung der ÖVP, von Landeshauptmann Platter und vor allem von LH-Stv. Geisler selbst, die Konsequenzen zu ziehen. Es ist aber nicht Sache der Grünen LH-Stv. Felipe zu verzeihen“, sagt Yildirim. „Felipe ist nicht die Betroffene und hat damit nichts zu verzeihen. Und es ist völlig daneben, den Feminismus und seine Anliegen zu missbrauchen, um einem frauenfeindlichen Verbalübergriff Rückdeckung zu geben“, so Yildirim.

„Wenn eine solche sexistische Aussage in der Arbeitswelt passiert, kann das ein Entlassungsgrund sein“, so Yildirim. „Es ist für niemandem nachvollziehbar, warum PolitikerInnen Gesetze beschließen, an die sie sich selbst nicht halten.“  Es gehe auch nicht nur isoliert um die Aussage Geislers, sondern grundsätzlich um den Umgang mit Frauenpolitik und Geschlechtergerechtigkeit. „Eine ‚Frauenministerin‘, die sagt, sie ist keine Feministin, eine regionale Spitzenpolitikerin, die zuerst nichts gehört hat und dann ‚verzeiht‘ – in letzter Zeit erleben wir von Regierungsseite nur Rückschritte im Feminismus“, zeigt sich Yildirim verärgert.

Auch die Aussagen von Landeshauptmann Platter, das Frauenbild in Tirol sei absolut in Ordnung, gehe leider an der Realität vorbei. „Das Frauenbild in Tirol und die Frauenpolitik sind leider nicht in Ordnung; Tirol gehört frauenpolitisch in vielen Bereichen – von Schutzplätzen bei Gewalt bis zu Kinderbetreuung – zum Schlusslicht in Österreich. Es wäre an der Zeit zu zeigen, dass Tirol und seine Politik frauenpolitisch im 21. Jahrhundert angekommen sind.“