Nachhilfe – Hammerschmid pocht auf zwei Stunden Lernförderung pro Schulfach ab Herbst

Die heute veröffentlichten neuen Zahlen zum Nachhilfe-Monitor der Arbeiterkammer (AK) nimmt SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid zum Anlass, erneut eine flächendeckende Lernförderung ab dem kommenden Schuljahr zu fordern. Ab Herbst soll es für jede Schülerin, jeden Schüler die Möglichkeit für kostenlose Nachhilfe in Schularbeitsfächern geben, und zwar zwei Fördereinheiten in jedem Fach pro Jahrgang pro Woche, in Kleingruppen organisiert. „Fast 90 Mio. Euro geben Österreichs Eltern für bezahlte Nachhilfe aus, zusätzlich benötigen drei Viertel der Kinder die Hilfe der Eltern. Die Kosten drohen im nächsten Schuljahr zu explodieren, wenn die Bundesregierung weiter untätig bleibt. Wir müssen endlich wegkommen von einem Schulsystem, das externe Nachhilfe – sei es bezahlte oder durch die Eltern – als selbstverständlichen Teil ansieht“, so Hammerschmid.

„Es braucht einen Perspektivenwechsel: Die Schule ist zuständig dafür, wenn zusätzliche Lernförderung erforderlich ist.“ Denn unser jetziges System, das auf die Hilfe der Eltern baut, benachteilige massiv jene Kinder, die diese Unterstützung nicht haben. Schon vor den Schulschließungen der letzten Wochen haben 37 Prozent der Befragten in der AK-Umfrage angegeben, sie seien durch die Unterstützung ihrer Kinder beim Lernen zeitlich belastet. In der Coronakrise waren es 49 Prozent, jeder Dritte berichtete deshalb von Konflikten daheim, so die Studie. „Wir müssen verhindern, dass aus der Coronakrise im Herbst eine massive Schulkrise wird“, so Hammerschmid. Sie hat drei Forderungen:

Erstens müsse es jetzt rasch den Organisations- und Zeitplan für die Summer Schools geben. „In einem Monat ist Schulschluss, die Eltern müssen doch wissen, wie und wo diese Summer Schools stattfinden, damit sie den Sommer planen können. Auch die Lehramt-Studierenden und PädagogInnen müssen sich darauf einstellen können.“

Zweitens braucht es wie beschrieben die Lernförderung in den schularbeitsrelevanten Fächern ab Herbst.

Und drittens sollen bei einem nationalen Bildungskonvent Bildungsziele und Maßnahmen zum Erreichen dieser außer Streit gestellt werden, damit man in zentralen Bereichen – rascher Ausbau der Ganztagsschule, Chancen-Index – endlich weiterkommt, so Hammerschmid