Systemerhaltung und Bildung ist weiblich

#gemeinsamstark: SPÖ setzt auf faire Löhne für SystemerhalterInnen und modernste, beste Bildung

„Klatschen allein reicht nicht“, stellen LHStv. Franz Schnabl, Landesparteivorsitzender der SPÖ NÖ und Landesfrauenvorsitzende LAbg. Elvira Schmidt entschlossen fest. 75 Prozent der systemrelevanten Jobs EU-weit werden von Frauen erledigt, was am Vortag des 1. Mai die Frage nach fairer Bezahlung einmal mehr aufwerfe, meinen die beiden SozialdemokratInnen: „Wir treten einerseits für eine Bonus-Zahlung in Form eines 15. Monatsgehalts ein. Viel wichtiger erscheint uns aber die Berücksichtigung der Systemrelevanz dieser Personen bei den nächsten Kollektivvertragsverhandlungen. Die Leistungen der SystemerhalterInnen, die sich noch dazu alljährlich am unteren Ende aller Gehaltstabellen finden – Frauen und Männer gleichermaßen – müssen in Zukunft am Gehalts-Verhandlungstisch der SozialpartnerInnen Anerkennung durch ein höheres Gehalt bzw. verminderte Wochenstunden und längeren Jahresurlaub finden.“

Seit Ausbruch des Coronavirus in Österreich und der damit einhergehenden Schließung der Schulen, stehen die Familien in unserem Land vor einer besonderen Herausforderung. Nicht alle hätten dabei dieselben Voraussetzungen, weiß Elvira Schmidt: „Um die Voraussetzungen für digitalen Unterricht ist es in jedem Haushalt anders bestellt. Weder PädagogInnen, Kinder noch Eltern sind ausreichend auf dieses Thema vorbereitet, obwohl uns der Bedarf des Einbaus digitaler Elemente in den Unterreicht bereits seit Jahren begleitet. Bei der ÖVP ist dies allerdings immer auf taube Ohren gestoßen.“

Man sehe auch jetzt sehr gut, wie wenig wichtig das Thema den Konservativen zu sein scheint, wenn man bedenkt, dass die VP-Landesrätin in NÖ von 1.000 Laptops für SchülerInnen spricht, für die Land, Gemeinden und Wirtschaft gemeinsam aufkommen werden. Bedenkt man, dass in der Pressekonferenz von Bildungsminister Fassmann in der Vorwoche eine Expertin von einer Umfrage gesprochen hat, wonach 120.000 SchülerInnen bundesweit Bedarf hätten, ist das eine Ankündigungs-Chuzpe der besonderen Art. An dieser Studie konnte man zudem nur teilnehmen, wenn man einen Onlinezugang hatte. Die Dunkelziffer liege also noch einmal deutlich höher.

„Es braucht Gratis-Laptops für alle SchülerInnen und schnelles Internet muss im digitalen Zeitalter zur Daseins-Vorsorge zählen, wie Wasser oder Strom. Die PädagogInnen müssen dementsprechend speziell geschult werden, digitale Unterrichtsmittel, wie Laptop oder Tablet, sinnvoll in den Unterricht mit einbezogen und der richtige Umgang mit lauernden Gefahren im World Wide Web vermittelt werden. Das alles hätte bereits lange vor der Krise angegangen werden können, wenn die ÖVP im Bereich der Bildung endlich ihren Fuß von der durchgedrückten Bremse nehmen würde“, fordern Schnabl und Schmidt den Weg frei zu machen und gemeinsam in ein neues, modernes digitales Bildungszeitalter einzutreten.

Sich darüber zu unterhalten, Baumärkte aufzusperren und erst Tage später über den Plan der schrittweisen Schulöffnung zu sprechen, lasse die Wertigkeit jedenfalls erkennen und tief blicken. Die ÖsterreicherInnen allein zu lassen, wenn es darum geht, ihre Kinder ordentlich beaufsichtigt und pädagogisch betreut zu wissen, während sie mithelfen, die Wirtschaft wieder hochzufahren, ist nicht die Unterstützung, die man von einer Regierung erwartet. Nun haben auch viele bereits ihre Urlaube verbrauchen müssen. Man dürfe gespannt sein – und es ist auch in diesem Bereich auf Bundes- und Landesebene sehr ruhig – wie dann in den beiden Ferienmonaten den Eltern ermöglicht wird ihre Arbeit zu behalten und ihre Kinder pädagogisch hochwertig, ganztägig unterzubringen, während die Großeltern eventuell noch immer nicht zu ihren Enkeln dürfen. Die Summer School wäre ein probates Mittel in der Ferienbetreuung, die pädagogische Komponente mit zu denken. Im Übrigen wäre wichtig, die oben genannten über 120.000 SchülerInnen ohne geeignete digitale Ausstattung, wieder auf den Bildungsweg mit zu nehmen und dort abzuholen, wo sie stehen.

An die polytechnischen Lehrgänge, in denen die künftigen Lehrlinge auf die Berufswelt vorbereitet werden, hätte überhaupt noch niemand wirklich gedacht, sagt Schmidt: „Weder wurde dort der Bedarf an digitalen Unterrichtsmitteln abgefragt, noch hat man sich generell Gedanken um das Leben nach deren Abschluss gemacht. Diese jungen Menschen werden aufgrund des letzten Schuljahres und dem damit verbundenen Wirtschaftseinbruch nur schwer einen Ausbildungsplatz bekommen und konnten sich, durch die ungewisse Situation, bisher auch noch nicht fundiert bewerben. Dieser Bereich unseres Bildungssystems muss die volle Aufmerksamkeit des Bildungsministers genießen. Die jungen Menschen brauchen endlich Antworten!“

Abschließend adressieren Schnabl und Schmidt in Richtung türkis-grüne Bundesregierung: „Die Wirtschaft wieder zu beleben ist zweifelsohne das Topthema, um EPU und KMU Überlebenschancen einzuräumen und von Arbeitslosigkeit Betroffene und Menschen in Kurzarbeit wieder in den Arbeitsprozess hereinzuholen. Hand in Hand hat aber die Bildung und die Sicherheit der ArbeitnehmerInnen mit Familie zu gehen, damit sie sorgenfrei beim Restart anpacken können und unsere Zukunft, die Kinder, dabei nicht auf der Strecke bleiben. Gemeinsam sind wir stark!