Hammerschmid will Sitzenbleiben heuer aussetzen

NRin Sonja Hammerschmid Bild: Parlamentsdirektion/Simonis

„In einer Situation, wo es ohnehin schon viele Unsicherheiten in den Familien gibt, wie es mit Schule, Job etc. weitergeht, vergrößert Bildungsminister Faßmann diese Unsicherheiten leider“, sagt SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid. Bei allem Verständnis, dass derzeit der Gesundheitsschutz Priorität haben muss und es schwierige Abwägungen zu treffen gilt, brauchen Eltern ein Mindestmaß an Sicherheit und Planbarkeit. „Wenn die Schulen nach Ostern weiter nicht für alle SchülerInnen geöffnet sind, braucht man Antworten hinsichtlich Betreuung und Sonderurlaub sowie zum Unterricht und der Leistungsbeurteilung. Alles andere führt zu noch mehr Verunsicherung bei den Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen“, sagt Hammerschmid. Sie fordert u.a., dass es in diesem Schuljahr kein Sitzenbleiben geben soll. **

SchülerInnen, die im ersten Semester negativ beurteilt wurden, machen sich jetzt extreme Sorgen, ob sie die Note noch ausbessern und im nächsten Schuljahr aufsteigen können. „Dies sollten wir einheitlich klären in dem Sinn, dass es heuer kein Sitzenbleiben gibt“, so Hammerschmid.

„Sehr problematisch“ findet Hammerschmid, wenn es Faßmann in die Schulautonomie legen will, ob neuer Stoff gemacht wird oder nicht. „De facto wird das dann von den einzelnen LehrerInnen abhängen.“ Damit schaffe man aber unterschiedliche Voraussetzungen v.a. für jene, die nächstes Jahr in die 1. Klasse AHS/NMS kommen oder in die Sekundarstufe II wechseln. Zu fürchten ist auch, dass der Druck auf die Eltern extrem steigt, wenn sie neuen Stoff beibringen müssen. „Hier muss das Ministerium Klarheit für alle schaffen, in welchen Fächern und in welchem Ausmaß neue Lehrinhalte gemacht werden sollen.“

Unverständlich ist für Hammerschmid auch, warum der neue Maturatermin – der ja schon fix verkündet wurde – nun erst wieder nach Ostern bekannt gegeben wird.

Schlussendlich müsse schließlich auch geklärt werden, welche arbeitsrechtlichen Möglichkeiten Eltern haben, die nun ihre Kinder monatelang zu Hause betreuen und beim Unterricht unterstützen müssen.

Positiv findet die Bildungssprecherin, dass Faßmann auf einige der Forderungen der SPÖ nun eingeht, u.a. nach spezieller Betreuung von Kindern aus schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen, kostenlosen digitalen Endgeräten, eine Übernahme der Stornokosten für Schulveranstaltungen und Aussetzen der Elternbeiträge für Internate und Horte an Bundesschulen. (Schluss) up/ah