Medizinische Versorgung: Wir müssen die Kontrolle zurückgewinnen!

SPÖ fordert Echtzeitanalyse und Corona-Kontrollzentrum im Gesundheitsministerium, um Ressourcen gezielt einzusetzen – Zentrale Beschaffung von Medizinprodukten notwendig.

Die Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen haben nicht ausgereicht, um drohende Engpässe in der medizinischen Versorgung zu verhindern. SPÖ-Bundesparteivorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner fordert daher einmal mehr, „das österreichische Gesundheitssystem, die Spitäler und das Gesundheitspersonal zu wappnen“. Derzeit stehen etwa 1.000 Beatmungsgeräte in Österreich für Corona-PatientInnen zur Verfügung, so Rendi-Wagner, die darauf verweist, dass bei derzeitiger Ausbreitungsrate der Krankheit das Limit in etwa zehn Tagen erreicht sein wird. „Dieser Versorgungsengpass muss verhindert werden“, so Rendi-Wagner, die ein Corona-Kontrollzentrum im Gesundheitsministerium und eine „zentrale, effiziente Beschaffung“ fordert. Und: „Es braucht einen zentralen, dynamischen Einsatzplan für unsere wichtigen medizinischen Ressourcen wie Masken, Schutzanzüge, Beatmungsgeräte, Tests und das medizinische Personal“, so Rendi-Wagner.

Vier Wochen nach ihrem ersten Appell erneuerte Rendi-Wagner heute im „Roten Foyer“ ihre Forderung: „Wir müssen dringend unsere Spitäler und das Gesundheitssystem mit den notwendigen Ressourcen und Kapazitäten ausrüsten.“ In den letzten Wochen sei wertvolle Zeit verstrichen, die genutzt werden hätte können. Mit der Erhöhung der Fallzahlen „kommen die Spitäler und vor allem die Intensivstationen an ihr Limit“. Um dem vorzubeugen, brauche es eine „Echtzeitanalyse“ über den Stand der zentralen Ressourcen in ganz Österreich. „Dafür braucht es ein Corona-Kontrollzentrum, in dem alle Daten über Ressourcen mit den aktuellen Fallzahlen verlinkt werden.“ So können „die limitierten Ressourcen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie gebraucht werden“, sagt Rendi-Wagner.

Die dynamische Datenverlinkung zeige, wo mögliche Engpässe drohen. „Ich möchte nicht, dass die Ärztinnen und Ärzte in Österreich darüber entscheiden müssen, ob ein Patient beatmet werden kann oder nicht. Das soll nicht passieren“, so Rendi-Wagner, die auch der Aussage „Wir fahren auf Sicht“ eine klare Absage erteilt. „Ich möchte diesen Satz nicht mehr hören“, weil es bedeute, dass man kein klares Ziel vor Augen hat und wir nur reaktiv unterwegs sind: „Wir müssen die Kontrolle zurückgewinnen“, sagt Rendi-Wagner.

Die zentrale Ressourcenplanung werde auch nötig sein, wenn es um den schrittweisen Rückbau der Maßnahmen geht. „Dann ist es wichtig, dass wir kontrollierte Schritte zurück Richtung Normalität machen“, so Rendi-Wagner. Für diese Phase werde auch eine „konsequente Teststrategie“ sowie der „Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken“ nötig sein. Diese OP-Masken sollten der Bevölkerung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und nicht nur in Supermärkten verwendet, sondern flächendeckend im gesamten öffentlichen Raum eingesetzt werden. „Wenn jeder sie trägt, ist ein Fremdschutz gegeben“, so Rendi-Wagner. Das Infektionsrisiko in der Öffentlichkeit könne dadurch gesenkt werden.