Gesetzesreform gegen Kinderarmut endlich umsetzen!

Bild: Julia Hitthaler

„Alleinerziehende haben es in normalen Zeiten schon schwer, Krisen treffen sie daher besonders. Die Unterhaltsgarantie ist das wirksamste Mittel gegen von Armut am stärksten betroffene Ein-Eltern-Haushalte und damit gegen Kinderarmut“, schildert SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim und drängt auf eine längst überfällige Gesetzesreform.

„Bereits im Vorfeld der Nationalratswahl 2017 war man sich über die Parteigrenzen einig, dies umzusetzen. Passiert ist das bis heute nicht. In der Krise zeigt sich einmal mehr, wie wichtig das wäre. Die gestern von der türkis-grünen Regierung präsentierten Erleichterungen beim Unterhaltsvorschuss sind erfreulich, lösen aber das grundsätzliche Problem nicht. Alleinerziehende sind durch Mehrfachbelastung während der Corona-Krise besonders gefordert: Arbeiten, Kinder und Haushalt, Schulaufgaben und mehr. Sie sollten sich nicht zusätzlich um ausbleibenden Unterhalt sorgen müssen“, so Yildirim.

Seit Jahren setzt sich die Tiroler SPÖ-Landesfrauenvorsitzende für eine Unterhaltsgarantie ein: „Die Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes ist mir ein großes Anliegen. Sie ist ein wesentlicher Schritt gegen Armut und Ausgrenzung von Alleinerziehenden und Kindern. Nur jede zweite Alleinerzieherin bekommt regelmäßig Kindes-Unterhalt vom Vater des Kindes. Viele Frauen sind daher auf staatliche Unterhaltsvorschüsse angewiesen. Bis diese nach der aktuellen gesetzlichen Regelung ausgezahlt werden, kann es mitunter Jahre dauern. Eine Unterhaltsgarantie durch den Staat könnte die Armutsgefährdung von Alleinerziehenden schnell senken.“

Ein-Eltern-Haushalte haben mit einer Quote von 38 Prozent die höchste Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung. Jedes fünfte Kind in Österreich ist betroffen.