Stimmen zum Frauentag

Bild: Astrid Knie

In ganz Österreich gab es rund um den 8. März Veranstaltungen und Aktionen der SPÖ-Frauen. Lesen Sie hier Stimmen zum Internationalen Frauentag.

Rendi-Wagner am Weltfrauentag: Lohnschere endlich schließen!

Anlässlich des heutigen Internationalen Weltfrauentags plädiert SPÖ-Parteivorsitzende, Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner dafür, Maßnahmen für Lohngerechtigkeit sofort umzusetzen. „Die Lohnschere zwischen Frauen und Männern klafft immer noch auseinander. Frauen verdienen für die gleiche Arbeit um 20 Prozent weniger, die Pensionsschere liegt sogar bei 40 Prozent. Um endlich für Lohngerechtigkeit zu sorgen, müssen wir das Lohntransparenzgesetz nach isländischem Vorbild und den leichteren Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit umsetzen“, so Rendi-Wagner.

Dass in Wien die Lohnschere im österreichweiten Vergleich am geringsten ist, sei kein Zufall. Denn „Wien ist bei zahlreichen Maßnahmen schon jetzt Vorreiter, etwa wenn es um kostenlose Kinderbetreuung geht. Wir wollen in ganz Österreich einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr und den flächendeckenden Ausbau der Ganztagsschulen. Sie tragen wesentlich zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei. Nach wie vor ist es so, dass Frauen den Großteil der unbezahlten Arbeit erledigen“, so Rendi-Wagner, die auf die SPÖ-Forderung nach einem „Halbe-Halbe Neu“-Modell verweist, durch welches Familienarbeit zwischen Frauen und Männern gerechter aufgeteilt werden soll.

Yildirim zum Internationalen Frauentag: „Weniger Lohn, halbe Pension noch immer Fakt“

„Immer noch können viele Frauen nicht oder nur schwer von ihrem Einkommen leben. Das liegt auch an einer generellen Schieflage bei der Arbeitszeit. Einerseits sind Überstunden und Mehrstunden – oft auch unbezahlt – an der Tagesordnung. Gleichzeitig sind viele Frauen aufgrund von Betreuungspflichten und fehlenden Ganztagsplätzen in Kindergärten und Schulen gezwungen, Teilzeit zu arbeiten. Sie schultern den Großteil der unbezahlten Arbeit“, schildert die Tiroler SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.

Der Tiroler Gleichstellungsbericht zeigt: Frauen leisten mehr als doppelt so viel unbezahlte Arbeit wie Männer. Pro Tag sind es bei Frauen 4 Stunden und 50 Minuten, bei Männern 2 Stunden und 11 Minuten.

Nur ein Drittel der Kindergartenkinder in Tirol hat einen Platz, der mit Vollzeitarbeit vereinbar ist. 70 Prozent schließen vor 16.30 Uhr, an 42 Tagen im Jahr ist überhaupt geschlossen, wie die Tiroler Kinderbetreuungsstatistik verdeutlicht. „Viele Frauen haben also gar keine Chance auf eine Vollzeitarbeit“, sagt Yildirim.

Für die SPÖ-Frauen sind die Konsequenzen daraus klar. „Wir fordern eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche. Mit einer kürzeren Vollzeitarbeit wäre ein Ganztagsjob für viele Frauen möglich. Und damit ein besseres Gehalt und eine höhere Pension. Ebenso wäre eine gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern damit leichter“, so Yildirim.

Die Anforderungen im Arbeitsalltag nehmen zu. Trotzdem sind gerade in Branchen, in denen viele Frauen beschäftigt sind, die Löhne niedrig. Das muss sich ändern. „Die Arbeit von Frauen muss in Zukunft mehr wert sein“, sagt die Tiroler SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.

Noch immer verdienen Frauen rund 20 Prozent weniger und bekommen etwa halb so viel Pension wie Männer. Seit August 2019 werden Karenzzeiten gesetzlich bei Lohnvorrückungen angerechnet. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Lohnschere dadurch um drei Prozent verringern wird. Jetzt muss es rasch weitergehen.

Das fordert die SPÖ:

* Kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei
* Lohngesetz mit Strafen bei Unterbezahlung nach dem Vorbild Islands
* Typische Frauenbranchen höher bewerten und besser bezahlen
* Kürzere Vollzeitarbeit bei vollem Lohnausgleich
* Leichterer Umstieg von Teilzeit auf Vollzeit
* Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr
* Ausbau der verschränkten Ganztagsschulen

SPÖ-Frauen starten Dialogtour zum Thema Arbeit

Die SPÖ-Frauen stellen das Thema Arbeit dieses Jahr in den Mittelpunkt und starten am Frauentag mit einer großen Dialogtour in ganz Österreich. Bei Straßenaktionen und Veranstaltungen werden die wichtigsten frauenpolitischen Herausforderungen für die Zukunft erfragt. Die Ergebnisse werden Mitte Mai präsentiert.

Bayr zum Frauentag: Solange die Mehrheit der armen Menschen Frauen sind, gibt es nichts zu feiern

„Solange die Mehrheit aller Menschen in Armut Frauen sind und solange Frauen weltweit strukturell benachteiligt sind, gibt es am Frauentag nichts zu feiern“, stellt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, anlässlich des Frauentages am 8. März fest. Laut Oxfam verdienen Frauen weltweit 24 Prozent weniger als Männer, 75 Prozent aller Frauen in Entwicklungsländern arbeiten im informellen Sektor und sind daher weder vor Ausbeutung geschützt noch sozial abgesichert und Frauen leisten mindestens doppelt so viel unbezahlte Care-Arbeit wie Männer.

„Zurecht setzt die österreichische Entwicklungszusammenarbeit einen Schwerpunkt auf das Stärken von Frauen. Weil die OEZA (Österreichische Entwicklungszusammenarbeit) aber so minder dotiert ist, geht noch mehr: Ich fordere den Außen- und Entwicklungsminister Schallenberg auf, sich bei den laufenden Budgetgesprächen für deutlich mehr Mittel für die bi- und multilaterale EZA sowie für die humanitäre Hilfe einzusetzen. Bei den Ausschüttungen aus dem Auslandskatastrophenfonds sollen die besonderen Bedürfnisse von Frauen bedacht werden. In Krisen sind Frauen und Mädchen besonders verwundbar“, fordert Bayr.

Wiener SPÖ-Frauen zum Internationalen Frauentag: „Wir sind für gleich!“
Hanke: „Wiener SPÖ-Frauen stehen solidarisch Seite an Seite mit allen Frauen und wollen volle Mitsprache, echte Gleichberechtigung und Selbstbestimmung!“

Heute am 8. März ist Internationaler Frauentag. Diesen nehmen die Wiener SPÖ-Frauen wie jedes Jahr zum Anlass, einmal mehr daran zu erinnern, dass der Kampf für Gleichstellung und Frauenrechte noch lange nicht abgeschlossen ist. „Seit 1911 ist der internationale Frauentag ein Kampftag und in Zeiten wie diesen ist eine Kampfansage auch notwendiger denn je: Menschenrechte und Frauenpolitische Errungenschaften werden tagtäglich von rechten Parteien angegriffen und missachtet. Wir Wiener SPÖ-Frauen stehen solidarisch Seite an Seite mit allen Frauen und wollen volle Mitsprache, echte Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Deshalb gestalten wir in unserer aktuellen Kampagne zusammen mit den Wienerinnen unser Wien der Zukunft!“, sagte die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende beim großen Frauentagsfest im Frauenzentrum ega.

„Es ist wichtig, dass wir Tag für Tag für gleiche Chancen und Gleichberechtigung eintreten. Solidarität, gegenseitige Unterstützung und Vernetzung von Frauen sind wichtiger denn je. In Wien haben wir ein dichtes Netz an Gewaltschutzeinrichtungen – damit jede Frau, die Hilfe braucht, diese auch bekommt“, betonte Frauenstadträtin Kathrin Gaal beim Talk „Frauen schreiben Zukunft“ am Frauentagsfest im ega. „Wir schaffen leistbaren Wohnraum und neue Wohnformen für Alleinerziehende. Davon profitieren vor allem auch Frauen. Und wir investieren in Zukunftsprojekte wie das Projekt ‚Respekt: Gemeinsam Stärker‘, um die Mädchen in der Stadt zu stärken und um ihnen zu zeigen: Euch stehen alle Chancen offen! Das ist unser Wien – wir schaffen die Rahmenbedingungen, damit Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes, sicheres und unabhängiges Leben führen können!“

Auch die Wiener FSG-Frauenvorsitzende Korinna Schumann nahm am Frauentags-Talk teil. „Frauen gestalten Zukunft, Frauen schreiben Zukunft. Eine Vielzahl der Berufe, die in Zukunft besonders gefragt sein werden, ist heute überwiegend weiblich besetzt. Man denke nur an den Bereich der Pflege, der Jugendarbeit oder der Kinderbildung. Deshalb ist es auch so wichtig, sich für diese Berufsgruppen stark zu machen, so wie jetzt für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft. Damit die Zukunft eine gute ist und zwar für uns alle! Wien geht hier mit gutem Beispiel voran und macht riesige Schritt in Richtung Zukunft: der Gratiskindergarten, die neue Gratisganztagsschule oder auch die Förderung von Frauen in allen Bereichen sind zentral für die sozialdemokratische Handschrift unserer schönen Stadt“, so Schumann.

Die Ärztin und stellvertretende Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt Mireille Ngosso betonte im Talk die Wichtigkeit, das Bewusstsein für frauenspezifische Themen in der Medizin zu stärken: „Auch in der Medizin gibt es Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Forschung und Medikamentenstudien orientieren sich am männlichen Körper. Das kann dazu führen, dass Frauen mit falschen Methoden behandelt werden. Auch in der Lehre wird die sogenannte Gendermedizin nicht verpflichtend unterrichtet, deshalb wissen auch wenige MedizinerInnen über die Unterschiede Bescheid. Wir müssen viel mehr Awareness für die Ungleichheiten im medizinischen System schaffen und das Thema auch politisch anpacken.“

Bettina Rehner, die Vorsitzende der Roten Falken Österreich, beleuchtete die Position der jungen Frauen: „Junge Menschen und besonders junge Frauen* hier in Wien wünschen sich hürdenfreie gesellschaftliche Teilhabe, politische Mitbestimmung und Vertreter*innen, die die realen Probleme junger Frauen* kennen und bekämpfen können. Wir jungen Frauen* sind als unmittelbar Betroffene die Expertinnen, wenn es um Hürden im Bildungsbereich oder am Arbeitsmarkt geht. Wir wollen mitreden, wenn neue Konzepte und Ideen entwickelt werden, um diese Stadt für uns Frauen noch lebenswerter zu machen. Deshalb braucht es auf den verschiedensten Ebenen politische Entscheidungsträger*innen, die die diversen Lebensrealitäten von Mädchen und jungen Frauen* aus eigener Erfahrung kennen, sie glaubhaft vertreten können, um unsere Zukunft gemeinsam gestalten zu können.“

SPÖ-Novak zum Internationalen Frauentag: „In Wien soll jede Frau selbstbestimmt und gewaltfrei leben können!“„Wer in Wien Hilfe und Schutz vor Gewalt braucht, findet ein starkes Auffangnetz vor“

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. „Der Internationale Frauentag ist ein Kampftag! Er erinnert an den feministischen Kampf, den Frauen auch heute immer noch führen müssen. Denn Gleichstellung, Teilhabe, Gewaltschutz und Selbstbestimmtheit, sind leider immer noch keine Selbstverständlichkeit“, betont SPÖ Wien-Landesparteisekretärin Barbara Novak. „In Wien sind wir zum Glück einen großen Schritt weiter“, so Novak. „Nicht nur, weil die Lohnschere hier im österreichweiten Vergleich am geringsten ist, auch was Gewaltschutz betrifft, ist Wien vorbildlich“, freut sich die Landesparteisekretärin. „Unser Ziel ist klar: In Wien soll jede Frau selbstbestimmt, in Freiheit, angst- und gewaltfrei leben können!“

„Wer in Wien Hilfe und Schutz vor Gewalt braucht, findet ein starkes Auffangnetz vor“, so Novak. Die Landesparteisekretärin verweist etwa auf den 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien und den Frauenhaus-Notruf, die Unterstützung bieten und rund um die Uhr unbürokratisch und anonym für Betroffene da sind. Derzeit bieten vier Frauenhäuser des Vereins Wiener Frauenhäuser 175 Plätze für Frauen und Kinder. „Ich freue mich sehr, dass die Stadt Wien derzeit ein fünftes Frauenhaus baut, wo ab 2022 50 zusätzliche Plätze für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder zur Verfügung stehen werden“, so Novak. Besonders betont die Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin, dass die Wiener Frauenhäuser aufgrund eines unbefristeten Vertrags mit der Stadt Wien abgesichert sind.

Auch Maßnahmen wie der in Wien bereits vor 10 Jahren eingeführte Gratis-Kindergarten tragen zu mehr Gleichstellung bei. „Frauen erledigen immer noch einen Großteil der unbezahlten Arbeit – zum Beispiel Kinderbetreuung. Der Gratis-Kindergarten oder auch die Ganztagsschule tragen wesentlich zur Entlastung bei“, so Novak. „Mit der von Bürgermeister Michael Ludwig vor kurzem präsentierten Gratis-Ganztagsschule gehen wir hier noch einen Schritt weiter.“

Kritik übt Novak an der türkis-grünen Bundesregierung. „Das Regierungsprogramm war aus frauenpolitischer Sicht leider eine große Enttäuschung. Gerade beim Thema Frauen bleiben viele Maßnahmen unkonkret und sind für umfassende Gleichstellung und Gewaltschutz nicht ausreichend“, kritisiert Novak. Nötig wäre vor allem eine deutliche Erhöhung des Budgets für Gewaltschutz- und Prävention. „Die jetzt als großer Durchbruch verkaufte Budgeterhöhung um 4 Millionen Euro ist höchstens eine homöopathische Dosis. ExpertInnen des Europarates schätzen, dass eine Erhöhung um rund 200 Millionen Euro nötig wäre“, so Novak. Auch beim Thema Lohntransparenz, Kinderbetreuung, Ganztagsschulen, fairer Verteilung von unbezahlter Arbeit und der Förderung des Umstiegs von Teilzeit auf Vollzeitarbeit wünscht sich die SPÖ Wien-Landesparteisekretärin mehr Initiative vonseiten der Bundesregierung.

JG – O’Brien/Katsulis: Frauen* auf der Flucht:
Internationaler Frauentag muss ein Aufschrei sein!Am Internationalen Frauentag besonders auf Frauen* auf der Flucht aufmerksam machen!

Weltweit sind derzeit rund 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind Frauen*. Neben Fluchtursachen, von denen auch Männer* betroffen sind – wie Krieg, Verfolgung oder der Verlust der Lebensgrundlage durch die Klimakatastrophe – kommen bei Frauen* noch zahlreiche weitere Fluchtgründe wie Zwangsheirat, Menschenhandel oder Genitalverstümmelung hinzu. Besonders für Frauen* und Mädchen* wird die Flucht zum Martyrium – sie sind oft extremer Gewalt ausgesetzt. Viele sind gezwungen, ihr Fluchtgeld mit ihrem Körper zu bezahlen.

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Nordsyrien sind wieder hunderttausende Menschen in Bewegung. Darunter zahlreiche Frauen* und Kinder.

„Wenn Menschen auf der Flucht mit Gewalt davon abgehalten werden, die Grenze zu überqueren, wenn gegen flüchtende Frauen* und Kinder Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt werden, dann hat Europa all seine Grundprinzipien über Bord geworfen. Ja, auch Österreich ist hier in der Verantwortung, diese entsetzliche Gewalt sofort zu beenden“, so Claudia O’Brien, Vorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ (JG).

„Wenn Bundesminister Nehammer sagt, dass es nicht im Regierungsprogramm steht, dass Frauen* und Kinder aus dem Gefahrenbereich geholt werden, dann hat die ÖVP den letzten Funken Menschlichkeit verloren. Unsere Aufgabe ist es, jenen Schutz zu geben, die diesen brauchen und nicht rassistische Politik auf dem Rücken von Frauen* und Kindern auszutragen. Besonders für Frauen* und Kinder ist die Situation in den Flüchtlingslagern katastrophal – wie kann Europa hier nur so lange wegsehen?“, so Patricia Katsulis, Frauensprecherin der JG.

„Für uns endet die Solidarität mit Frauen* nicht an den Grenzen von Österreich oder Europa. Auf das gilt es am Internationalen Frauentag besonders hinzuweisen. Und vor allem gilt es, tagtäglich ins Bewusstsein zu rufen: Keine Frau* der Welt würde sich freiwillig dem Martyrium einer Flucht aussetzen und ihr zu Hause verlassen, wenn sie nicht aufs Äußerste dazu gezwungen wäre“, betonen O’Brien und Katsulis.

„Die europäischen Staaten haben viel zu lange weggesehen und immer nur nationale Partikularinteressen vorgeschoben anstatt gemeinsame Lösungen zu finden, langfristige Strategien zu entwickeln und Fluchtursachen zu bekämpfen. Noch immer werden Waffen von europäischen Ländern in Kriegsgebiete geliefert, noch immer fehlt finanzielle Unterstützung für jene Länder, die bereits Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben. Wir fordern ein sofortiges Ende der Gewalt an den EU-Außengrenzen, sofortige humanitäre Maßnahmen in Griechenland und den Krisenregionen, einen absoluten Stopp aller EU-Waffenexporte, Resettlementprogramme, sichere Fluchtrouten, ein Seenotrettungsprogramm und die Wahrung des Asylrechts, ohne jegliche Einschränkungen“, so O’Brien und Katsulis abschließend.

SJ-Stich/Prünner: „Frauen auf der Flucht – die Fluchtursache heißt Kapitalismus!“
35 Millionen Frauen weltweit auf der Flucht

„Frauen fliehen vor sexualisierter Gewalt, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. All das kommt noch zu den anderen Gründen, wie Krieg, Hunger und Verfolgung, hinzu“, erklärt Anna-Sophie Prünner, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend. „Doch diese frauenspezifischen Fluchtgründe finden kaum Beachtung! Überhaupt: die Flucht von Frauen wird meist ignoriert, denn die mediale, politische und öffentliche Aufmerksamkeit liegt bei den Männern“, kritisiert Prünner. Mit einer Fotoaktion machte die Sozialistische Jugend auf diese Probleme aufmerksam.

„Neben der Anerkennung von frauenspezifischen Fluchtgründen braucht es auch erhebliche Verbesserungen in der Betreuung von Asylwerberinnen“, stellt Anna-Sophie Prünner, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend, klar. Dazu braucht es speziell geschultes Personal, die leichte Verfügbarkeit von Hygieneartikeln, eigene Sanitäranlagen und Rückzugsorte für Frauen.

„Neben der Schaffung von legalen und sicheren Fluchtrouten für alle Flüchtlinge ist für Frauen noch besonders viel zu tun“, so Prünner. Sie fordert dazu auf, nicht länger die Augen vor jenen Gefahren zu verschließen, die Frauen auf der Flucht drohen.

„Die bisherige Rolle der EU ist beschämend. Während Rüstungskonzerne riesige Profite mit Waffenexporten in Kriegsgebiete machen, werden Millionen Menschen auf der ganzen Welt ins Elend gezwungen und allein gelassen“, kritisiert SJ-Vorsitzender Paul Stich. „Fluchtursachen zu bekämpfen bedeutet, diese Waffenexporte zu stoppen. Hier versagt die ÖVP auf ganzer Linie und betreibt scheinheilige Symbolpolitik. Allein Harald Mahrers Loge am Opernball hat mehr gekostet, als was Österreich dieses Jahr an UNHCR-Flüchtlingshilfe beigetragen hat. Ebenso werden immer noch Waffen exportiert. Das Problem ist das kapitalistische System, das im Inland sowie weltweit die Profite von Konzernen und den Luxus einer kleinen Elite konsequent über Menschenleben stellt.“

Fotos für MedienvertreterInnen honorarfrei zur Verfügung gestellt: https://we.tl/t-KmIq2S7o0Z