Halbe-Halbe Neu

Lachende Eltern mit einem jungen Sohn und einem Baby

Derzeit arbeitet jede zweite Frau Teilzeit. Nicht immer freiwillig. Mit einer kürzeren Vollzeitarbeit wäre ein Ganztagsjob für viele Frauen möglich. Die letzte Arbeitszeitverkürzung auf 40 Stunden ist 45 Jahre her. Seither hat sich, vor allem auch durch die Digitalisierung viel verändert. Die Arbeit – bezahlt und unbezahlt – muss gerecht verteilt werden. Auch sind überlange Arbeitszeiten eine große Gefahr für die Gesundheit.

Darum wollen wir Halbe-Halbe Neu – also einen Rechtsanspruch auf faire Verkürzung der Vollzeitarbeitszeit für Kinderbetreuung und für Pflege von Angehörigen mit einem finanziellen Ausgleich. Das soll für die Dauer von max. 24 Monaten gelten im Anschluss an den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes oder für die Pflege von nahen Angehörigen (ab Pflegestufe 3).

Umgesetzt wird das Modell durch einen Rechtsanspruch auf eine Lohnersatzleistung. Wenn die Vollarbeitszeit verkürzt wird, werden 50% auf das reduzierte Einkommen aufgezahlt. Damit haben Elternpaare oder Alleinerziehende kleiner Kinder auch einen finanziellen Anreiz, um einer reduzierten Vollzeitbeschäftigung nachzugehen.

Das Modell steht in einem bewussten Unterschied zu einer Teilzeitbeschäftigung. Die Leistung ist bei Paaren explizit an die Bedingung geknüpft, dass beide Elternteile 30/32 Stunden (80 Prozent einer Vollzeit-Stelle), erwerbstätig sind. Für einen Großteil der Paare würde dies für Mütter eine (deutliche) Ausdehnung, für Väter eine (moderate) Reduktion ihrer gegenwärtigen Arbeitszeit bedeuten. Damit wird Halbe-Halbe gelebt und es kommt zu einer gerechten Verteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit.

Halbe-Halbe Neu verkleinert die Lohnschere und teilt die unbezahlte Arbeit zwischen Männern und Frauen gleichmäßiger und partnerschaftlicher auf. Das ist unser Ziel!

Medienpapier Rotes Foyer anlässlich Frauentag 2020 „Frauen und Arbeitsmarkt“