Regner zum Equal Pay Day: Schluss mit der Gehaltsdiskriminierung von Frauen!

Einkommenstransparenz und harte Sanktionen statt weitere Lippenbekenntnisse

“Bis zum heutigen Faschingsdienstag haben Frauen in Österreich im Jahr 2020 genau null Euro verdient. Was klingt wie ein geschmackloser Faschingsscherz, ist für Frauen seit jeher bittere Realität“, sagt Evelyn Regner, Vorsitzende des Ausschusses für Frauen und Gleichstellung im Europaparlament. Nach Berechnungen der BPW (Austria Business and Professional Women) verdienen Frauen im Schnitt um 15,2 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, sie arbeiten also 56 Arbeitstage ohne Bezahlung. Die SPÖ-Europaabgeordnete kommentiert: „Das ist ungerecht und eines der zentralen Hindernisse für Frauen unabhängig und selbstbestimmt zu leben. Der Grundsatz, dass Frauen und Männer gleich bezahlt werden müssen, ist seit 1957 in den EU-Verträgen verankert. Für Lippenbekenntnisse und Beschwichtigungen fehlt mir mittlerweile jede Geduld. Frauen können nicht noch 100 Jahre warten, bis man ihre Arbeit vielleicht endlich gleich wertschätzt, wie die von Männern. Es sollen nicht erst meine Urenkel in einer gerechteren Welt leben.“

Regner weiter: „Obwohl das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts – gerade auch bei der Bezahlung – im EU-Recht festgeschrieben ist, sind wir davon in der Realität noch weit entfernt. Die EU-Kommission muss ein Gesetz vorschlagen, damit sich das ändert. Island könnte hier zum Vorbild für die EU werden. Wer dort gleiche Arbeit nicht gleich bezahlt, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen. Sanktionen und Zwang zur Lohntransparenz sind der einzige Weg, um die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen schneller zu schließen. Ein solcher Vorstoß muss das Herzstück der neuen EU-Gleichbehandlungsstrategie sein, die Anfang März von der EU-Kommission präsentiert wird.“