Wr. Gemeinderat – Marina Hanke (SPÖ) zu Regierungsprogramm: „Werden Bundesregierung an ihren Taten messen“

Bild: Elisabeth Esterbauer

Wien braucht neue Bundesschulen. Chancenindex muss Hauptprojekt werden.

Aus Sicht der Wiener Gemeinderatsabgeordneten Marina Hanke (SPÖ) finden sich viele Forderungen im türkis-grünen Regierungsabkommen wieder, die Wien seit Langem gefordert und umgesetzt hat. Die Schaffung von Ferienangeboten und die Unterstützung von Schulen mit besonderen Herausforderungen sind gute Ideen, die man sich von Wien abgeschaut hat. Digitale Endgeräte für SchülerInnen ab der 5. Schulstufe und das im Regierungsprogramm festgeschriebene Serviceportal Digitale Schule gehören in Wien unter dem Titel Wiener Bildungsserver längst zur Praxis. „Gut ist, dass man sich im Bereich der Elementarpädagogik mit der Frage der PädagogInnen auseinandergesetzt hat. Auch hier nimmt Wien mit der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik – kurz ‚bafep‘ – eine wegweisende Rolle ein“, sagt Hanke. Für die SP-Gemeinderätin ist klar, dass der Fachkräftemangel in Österreich und Wien nur durch Reformen in diesem Bereich gelöst werden kann.

Auch die vorgesehene finanzielle Aufstockung im Kindergartenbereich hebt Hanke positiv hervor: „Wien erfüllt seit längerer Zeit die Barcelona-Ziele für Kindergartenplätze. Eine Mittelerhöhung im Bildungsbereich ist dennoch das Um und Auf. Wichtig bei der Aufstockung ist, darauf zu schauen, dass nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Kriterien berücksichtigt werden. Wenn es um die beste Bildung für unsere Kinder geht, müssen wir alle zusammenarbeiten.“

Zum Pilotprojekt Chancenindex für Schulen mit besonderen Herausforderungen sagt Hanke: „Eine langjährige Forderung, die nun endlich zur Umsetzung kommen soll. Ich appelliere an Bildungsminister Faßmann, das Pilotprojekt zu einem Hauptprojekt zu machen.“

Während Wien fortlaufend in Aus- und Weiterbildungsplätze investiert, sieht es auf Bundesebene zunehmend mager aus. „In Wien wird Bildung großgeschrieben. Vom Kindergarten bis zur Volks- und Ganztagsschule bietet die Stadt den Wienerinnen und Wienern ein breites Angebot, das laufend ausgebaut wird. Hier macht Wien alles, was möglich ist. Auf Bundesebene passiert nichts. Es fehlen AHS, HTL, BMHS uvm. Die letzte HTL in Wien ist vor Jahrzehnten gebaut worden“, kritisiert Hanke. „Wir stehen vor der Hausforderung einer wachsenden Stadt, in der es Bildungsplätze und-räume braucht. Das aktuelle Angebot an Bundesschulen kann mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten. Die klimaschonende Sanierung wird hier allein nicht ausreichen.“

„Wir werden diese Bundesregierung daran messen, wie die Zusammenarbeit mit den Ländern funktioniert, wie mit Wien umgegangen wird und wie sich die Maßnahmen auf die Wienerinnen und Wiener auswirken. Wir sind für eine Zusammenarbeit bereit“, so Hanke abschließend.