Hammerschmid kritisiert Zwang zu Ziffernnoten: Widerspruch zu aktueller Bildungsforschung

NRin Sonja Hammerschmid Bild: Parlamentsdirektion/Simonis

Vorarlberger Volksschule weigert sich, Ziffernnoten zu vergeben. Enormer Leistungsdruck schon bei den Jüngsten.

An Österreichs Volksschulen wird heuer ab dem Sommersemester die Notenpflicht wieder eingeführt. Ab der zweiten Schulstufe sollen Kinder künftig wieder mittels Ziffernnoten beurteilt werden. SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid kritisiert den Zwang zu Ziffernnoten in den Volksschulen: „Der Zwang zu Ziffernnoten steht im krassen Widerspruch zur aktuellen Bildungsforschung. Dass Ziffernnoten zur Beurteilung ungeeignet sind, ist in der Pädagogik seit Jahrzehnten unumstritten, da sie schon bei den Jüngsten einen enormen Leistungsdruck aufbauen und noch dazu wenig aussagekräftig sind. Das ist dem Lernerfolg nicht zuträglich. Es ist schade, dass der Bildungsminister offensichtlich keinen Wert auf die profunden Erkenntnisse seiner KollegInnen aus der Wissenschaft legt. Die Leidtragenden sind die Kinder.“ ****

Für die Vorarlberger Volksschule, deren Leiter sich weigert, dem Zwang zu Ziffernnoten Folge zu leisten, hat Hammerschmid daher Verständnis. „Es ist schade, dass Schwarz-Grün an schwarz-blauer Bildungspolitik festhält. Da hätte ich mir insbesondere von den Grünen mehr erwartet“, so die SPÖ-Bildungssprecherin. Die SPÖ hatte im Vorjahr einen Antrag eingebracht, der sich gegen die verpflichtenden Ziffernnoten richtet. Schwarz-Blau hat den Antrag abgelehnt. „Nicht nur der fatale Beschluss der verpflichtenden Ziffernnoten, sondern auch das Sitzenbleiben bei Siebenjährigen und das Abziehen von 1.500 AHS-LehrerInnen von den Mittelschulen sind Maßnahmen, die Kindern und Eltern das Leben schwermachen. Die Retropolitik wird fortgesetzt.“