Yildirim: „Upskirting und Nacktfotos ohne Einwilligung sollen strafbar werden“

Bild: Julia Hitthaler

SPÖ-Justizsprecherin bringt Antrag im Nationalrat ein.

„Nacktfotos ohne das Wissen oder die Einwilligung der Betroffenen anzufertigen sowie das sogenannte ‚Upskirting‘ sollen strafbar werden“, sagt SPÖ-Justizsprecherin und Tiroler Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim. „Upskirting“ bezeichnet das ungefragte, voyeuristische Fotografieren oder Filmen unter den Rock einer Frau. Solche Fotos finden häufig den Weg auf Porno-Seiten oder sonstige Online-Plattformen.

„Menschen ungefragt nackt oder im intimen Körperbereich zu fotografieren, das ist eine klare Grenzüberschreitung, die die Menschenwürde beeinträchtigt und sexueller Gewalt bzw. Machtmissbrauch zuzurechnen ist. Aktuell gibt es in Österreich keine strafrechtliche Handhabe gegen das Anfertigen derartiger Fotos. Das Zivilrecht bietet keine ausreichenden Möglichkeiten. Ein Missstand, den wir beheben wollen“, erklärt Yildirim.

„Upskirting“ ist zuletzt in zahlreichen Staaten gehäuft aufgetreten und ist so zum Thema geworden. Ausschlaggebend war, dass betroffene Frauen mit der Problematik an die Öffentlichkeit gegangen sind und aktiv dagegen aufgetreten sind. In Großbritannien wurde es mittlerweile verboten.

Yildirim erinnert außerdem an den Fall des Fußballtrainers einer niederösterreichischen Frauenmannschaft, der seine Spielerinnen ohne deren Einwilligung nackt in der Umkleidekabine gefilmt hatte und dem mangels gesetzlicher Bestimmung keine Anklage drohte. Ein SPÖ-Antrag zum Thema wurde unter Schwarz-Blau im Justizausschuss vertragt.

Den Antrag finden Sie hier.