SPÖ-Plan für Lohngerechtigkeit

Der Equal Pay Day findet heuer am 21. Oktober 2019 statt. Frauen verdienen in Österreich im Schnitt um 20 Prozent weniger. Dabei gibt es in den Bundesländern große regionale Unterschiede. In Vorarlberg war der Equal Pay Day bereits am 23. September, in Wien findet er am 9. November statt. Die SPÖ-Frauen informieren bei Straßenaktionen über ihren Plan zum Schließen der Lohnschere.

Die SPÖ hat im Nationalrat einen Antrag zum Schließen der Einkommensschere eingebracht. Wesentliche Punkte sind ein „Equal Pay Act“ nach dem Vorbild Islands, ein kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1.700 Euro netto, 50 Prozent der AMS-Mittel für Frauen, Rechtsanspruch auf einen Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit, Kampf gegen die Unterbezahlung in einzelnen Branchen, Rechtsanspruch auf einen kostenfreien ganztägigen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr. Hier findet ihr Stimmen dazu:

SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek: „Wenn wir – diese fast 40 Prozent Frauen im Hohen Haus – uns zusammentun würden, dann könnten wir es schaffen, dass wir diese Lohnungleichheiten mit einem Gesetzesvorschlag, der in Island schon gelebte Realität ist, bekämpfen.“

Vorsitzende der Jungen Generation Claudia O’Brien: „Wir wollen endlich einen Equal Pay Act für Österreich. Es darf nicht sein, dass Frauen im Jahr 2019 immer noch wesentlich weniger verdienen als Männer. Diese Ungerechtigkeit durchzieht das gesamte Leben von Frauen: Von unbezahlter Care-Arbeit, Schlechterstellung in Studium und Beruf, bis hin zu viel geringer ausfallenden Pensionen. Frauen sind immer noch systematisch benachteiligt. Das muss endlich ein Ende haben.“

Frauensprecherin der Junge Generation, Patricia Katsulis: „Um diese Ungleichheit zu bekämpfen, bedarf es eines ganzen Bündels an Maßnahmen: Dazu gehört neben dem Equal Pay Act nach isländischem Vorbild auch die Einführung von Einkommensberichten für Unternehmen ab 20 MitarbeiterInnen, Pilotprojekte zur Bekämpfung von Unterbezahlung in einzelnen Branchen, ein garantierter Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr und das Recht, von Teilzeit auf Vollzeit wechseln zu können.“

Stimmen zum Equal Pay Day 2019

SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek: „Es braucht jetzt mutige Schritte: Einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei, ein Lohngesetz nach dem Vorbild Islands, 50 Prozent der AMS-Mittel für Frauen, einen Rechtsanspruch von Teilzeit auf Vollzeit sowie einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen und kostenfreien Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr.“

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner: Frauen verdienen in Österreich noch immer im Schnitt um 20 Prozent weniger als Männer. Heute ist Equal Pay Day, das bedeutet: Bis Jahresende arbeiten Frauen quasi kostenlos. Wir können nicht bis 2050 warten, bis sich die Lohnschere schließt. Ich will, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen.

Evelyn Regner, Vorsitzende des Frauenrechtsausschusses im EU-Parlament: „Als Ausschussvorsitzende verlange ich von der neuen EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag, um gegen Einkommensunterschiede vorzugehen. Aus Island kennen wir ein erfolgreiches Modell, das auch in der EU Schule machen sollte: Bezahlt ein Unternehmen oder eine Behörde Frauen und Männern in gleicher Position nicht dasselbe Gehalt, setzt es Geldstrafen. Das isländische Modell brauchen wir in Österreich – und in ganz Europa!“

Niederösterreichische Landesfrauenvorsitzende LRin Elvira Schmidt: Unser endgültiges Ziel muss es sein, den Equal Pay Day aus unseren Kalendern zu streichen – und das so rasch wie nur möglich! Mit 0,1 Prozent-Sprüngen pro Jahr kommen wir nicht weiter.

Oberösterreichische Landesfrauenvorsitzende Sabine Promberger: Ab dem 5. Oktober 2019 arbeiten Frauen statistisch gesehen bis zum Jahresende gratis. Frauen verdienen in Österreich für die gleiche Arbeit im Schnitt um 20 Prozent weniger als Männer, d.h. sie arbeiten 87 Tage im Jahr ohne Entgelt!

Landesfrauenvorsitzende LRin Astrid Eisenkopf: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – das sollte heute wirklich eine Selbstverständlichkeit sein, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen ist eine Blamage für Österreich.“

Landesfrauenvorsitzende Karin Dollinger: „In Österreich verdienen Frauen für gleiche Arbeit aber leider durchschnittlich 19,5 % weniger als Männer; die Stadt Salzburg liegt genau in diesem Schnitt.“

Landesfrauenvorsitzende Tirol Selma Yildirim: „Der Druck auf Arbeitnehmerinnen wird von Jahr zu Jahr größer. Mehr leisten, jeden Tag funktionieren – und trotzdem ist die Summe am Gehaltszettel kleiner als beim männlichen Kollegen. Für Österreichs Frauen ist diese ungerechtfertigte Unterbezahlung bittere Realität.“

Landesfrauenvorsitzende Kärnten Ana Blatnik: „Wir sprechen freimütig über Urlaube, Essen und Fernsehgewohnheiten – ja wir präsentieren diese Themen sogar in den sozialen Medien. Aber über was sprechen wir, noch immer, ungern? Richtig, das Gehalt. Glücklicherweise bricht der Equal Pay Day jedes Jahr aufs Neue mit diesem Tabu und macht Geld zum Topthema. Und das ist auch unbedingt notwendig: Denn nach wie vor ist in Österreich der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern drastisch hoch!“

Wiener Frauenstadträtin Kathrin Gaal: „Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit und kümmern sich um Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das wirkt sich auf das Einkommen und die Pension aus. Die Einkommensschere setzt sich in der Pension fort. Altersarmut betrifft noch immer vor allem Frauen. Das ist alarmierend.“

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner: „Dieses Jahr ist uns im Parlament ein wichtiger Durchbruch gelungen. Seit August gilt die gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten bei Lohn- und Gehaltsvorrückungen. Jetzt muss es rasch weitergehen.“

Anna-Sophie Prünner, die Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend: „Frauen in Österreich verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Heute ist der Tag, ab dem sie für ihre Arbeit nicht mehr entlohnt werden. Das wollen wir nicht hinnehmen!“

Nora Waldhör, Frauensprecherin des Verbands Sozialistischer Studierender (VSStÖ): „Was es in Österreich braucht ist ein Gesetz nach dem Vorbild Islands: „In Island müssen Unternehmen mit mehr als 25 MitarbeiterInnen belegen, dass sie weibliche und männliche Angestellte gleich entlohnen. Auch in Österreich braucht es dringend eine gesetzliche Regelung.“

Junge Generation-Frauensprecherin Patricia Katsulis: „Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen beginnen für Frauen heute die 71 Tage, an denen sie ohne Lohn in die Arbeit gehen müssen. Wir wollen nicht umsonst arbeiten!“

ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Korinna Schumann: „Wir kommen um einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich mit Schwerpunkt auf regionalen Bereichen sowie einen Ausbau der professionellen Pflege- und Betreuungsangebote nicht herum. Das alles ist längst überfällig.“

AK-Präsidentin Renate Anderl: „Es ist wichtig zu wissen, was Männer und Frauen im Laufe des Tages tun und ob sich die Arbeitsaufteilung im Lauf der Zeit verändert. Die letzte Erhebung zur Zeitverwendung ist zehn Jahre alt. Neben Maßnahmen zur Anhebung von Fraueneinkommen und zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben brauchen wir also auch dringend eine neue Zeitverwendungsstudie.“

Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der Privatangestelltengewerkschaft GPA-djp: „Die wichtigste Maßnahme, um die Lohnschere zu schließen, ist die Anhebung der Gehälter vor allem in frauendominierten Branchen. Nicht zuletzt deshalb fordern wir im Handel eine saftige Gehaltserhöhung, 100 Euro mehr auf Vollzeitbasis“, so Teiber. Von den 400.000 Handelsangestellten in Österreich sind der Großteil Frauen.“

Ilse Fetik, Bundesfrauenvorsitzende der GPA-djp: „Nachdem wir die Anrechnung der Karenzzeiten bereits in vielen Kollektivverträgen verankert haben, ist das Parlament nachgezogen. Die gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten ist ein Meilenstein.“

Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE: „Besonders die Durchschnittspension einer Arbeiterin liegt unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz. Das ist skandalös und entwürdigend! Es kann nicht sein, dass Frauen nach einem Arbeitsleben nicht genug Geld zum Überleben haben und sie entweder abhängig oder arm sind.“

Fotos der Aktionen gibt es hier.