Rendi-Wagner: „Endlose Wartezeiten müssen der Vergangenheit angehören, sie sind inakzeptabel und unmenschlich“

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SPÖ-Plan für Wartezeiten-Limit – Mit Gesundheitshotline 1450 zum schnellen Arzttermin – 10 Punkte gegen ÄrztInnenmangel.

Den langen Wartezeiten auf Arzttermine sagt die SPÖ den Kampf an. Wer eine/n Ärztin/Arzt braucht, soll künftig im akuten Fall sofort und bei Vorsorgeuntersuchungen, Kontrolle oder geplanten Eingriffen binnen zwei Tagen einen Termin bei AllgemeinmedizinerInnen und binnen 14 Tagen bei FachärztInnen bekommen. Sollte es sich um einen Akutfall handeln, soll man sogar binnen zwei Tagen einen FachärztInnentermin erhalten. Bei Spitalseingriffen, so es sich nicht um Akutfälle handelt, dürfe die Wartezeit nicht länger als drei Monate dauern. Das sieht die SPÖ-Termingarantie bei Arztbesuchen vor. Um das zu erreichen, soll die Gesundheitshotline 1450 zu einer Terminvermittlungsagentur für ganz Österreich weiterentwickelt werden. „Gesundheit darf nicht von der Geldbörse abhängen. Endlose Wartezeiten müssen der Vergangenheit angehören, sie sind inakzeptabel und unmenschlich für kranke Menschen“, betonte SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner. Beim akuten ÄrztInnenmangel soll ein 10-Punkte-Maßnahmenkatalog helfen, der von Anreizen für MedizinerInnen, im Land zu bleiben, über das Forcieren von Primärversorgungseinheiten bis hin zu Landesförderungen mit Schwerpunkt auf unterversorgte Regionen reicht.

Auch die letzte verfügbare PatientInnenzufriedenheitsstudie aus dem Jahr 2017 besagt, dass die Menschen zwei Monate und länger auf Facharzttermine warten müssen. „Das ist ein Thema, wo die Gesundheitspolitik nicht wegschauen darf“, sagte Rendi-Wagner. Als Gesundheitsministerin hat Rendi-Wagner bereits erste Schritte im Bereich der Computertomographie und der Magnetresonanzuntersuchungen gesetzt. In diesen Bereichen gab es sogar bis zu sechs Monate lange Wartezeiten.

Die Gesundheitshotline 1450, die derzeit in drei Bundesländern eingerichtet ist, soll flächendeckend für ganz Österreich zu einer „Terminkoordinationsagentur“ ausgebaut werden. Dort sollen ExpertInnen nach einem international standardisierten und erprobten Verfahren die Situation einschätzen und bei der Terminfindung unterstützen. „Denn nicht in allen Fällen ist die Spitalsambulanz die beste Versorgung. Oft ist es der Allgemeinmediziner oder der Facharzt“, betonte Rendi-Wagner.

Das zweite große Thema, das Rendi-Wagner in ihrer Zeit als Gesundheitsministerin umzusetzen begann, war der Bereich der Primärversorgungseinheiten. Hier müsse forciert werden. Denn 200 Mio. Euro wurden bereits bereitgestellt, um bis 2021 zumindest 75 Primärversorgungseinheiten zu installieren. Nach heutigem Stand gebe es aber immer noch nur 17 solcher Einrichtungen in ganz Österreich. „Das ist viel zu wenig, da gehört mehr politischer Druck dahinter, um das auszubauen“, sagte Rendi-Wagner.

Es sei klar, dass ÄrztInnenmangel und lange Wartezeiten Hand in Hand gehen. Schon jetzt sind es 200.000 Menschen, die keine wohnortnahe Versorgung durch ÄrztInnen haben. „Wir wissen, dass 85 Kassenstellen nicht besetzt sind“, erklärte Rendi-Wagner. Diese Situation werde sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch verschärfen.

Der Ausbau der Primärversorgungseinheiten, die es ÄrztInnen ermöglichen, nicht als EinzelkämpferInnen arbeiten zu müssen und den PatientInnen längere Öffnungszeiten garantieren, gibt es weitere SPÖ-Vorschläge, um zu verhindern, dass ein Drittel der fertig ausgebildeten MedizinerInnen ins Ausland geht oder sich entscheidet, WahlärztIn zu werden. Dazu kommt, dass immer weniger MedizinerInnen im ländlichen Raum tätig sein wollen. Um hier gegenzusteuern, müssen Anreize gesetzt werden.

So sollen Stipendien an StudentInnen vergeben werden, die sich verpflichten, fünf Jahre einen Kassenvertrag zu nehmen. Landesförderungen sollen dafür sorgen, dass sich ÄrztInnen im ländlichen Bereich niederlassen. Die Hürden organisatorischer Art bei der Praxisgründung müssen reduziert werden, ein GründerInnenservice nach Wiener Vorbild soll beim Schritt in die Selbständigkeit helfen.

Neben dem ÄrztInnenmangel sieht das Programm der SPÖ auch Anreize für andere Gesundheitsberufe vor. So soll ein BHS-Modell für Gesundheits-und Sozialberufe eingeführt werden. Die Arbeitsplätze sollen durch bessere Arbeitsbedingungen attraktiver werden, die Ausbildungsplätze an FHs und berufsspezifischen Schulen sollen ausgebaut werden und das Fachkräftestipendium soll für Gesundheitsberufe ausgebaut werden.

Auch sollen Physio-, Ergo-, und Psychotherapie künftig für alle Versicherten innerhalb einer vertretbaren Zeit zur Verfügung stehen.

SERVICE: Das Maßnahmenpaket der SPÖ steht unter folgendem Link https://tinyurl.com/y5eue6gg zur Verfügung.