Hammerschmid fordert raschen Ausbau von Ganztagsschulen, Ferienbetreuung und Lernhilfe

NRin Sonja Hammerschmid Bild: Parlamentsdirektion/Simonis

Kritik am gekürzten Ausbauplan für Ganztagsschulen.

Wenige Tage, bevor in Ostösterreich und eine Woche darauf dann in Westösterreich die Sommerferien beginnen, hat SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid heute die Forderungen der SPÖ für Ferienbetreuung und Lernhilfe im Sommer und den Ausbau der Ganztagsschulen präsentiert. Der Ausbau ganztägiger Schulen ist auch Thema im heutigen Unterrichtsausschuss, in dem das entsprechende Bildungsinvestitionsgesetz diskutiert wird. Hammerschmid kritisiert die von ÖVP und FPÖ geplante Novelle und die Kürzungen beim Ausbau. War im Gesetz 2016 mit den 750 Mio. Euro aus der Bankenmilliarde noch ein Plus von 115.000 Ganztagsschul-Plätzen vorgesehen, heißt das Ziel jetzt nur mehr 40.000 Plätze und die Mittel werden bis 2033 gestreckt. ****

Auch, dass die ursprünglichen Mittel für den Ausbau verwässert werden, indem es zur Querfinanzierung anderer Bereiche kommt, ärgert Hammerschmid. So werden zur Erreichung des Ausbauziels auch Horte einberechnet, weiters werden die früher aus dem gestrichenen Integrationstopf finanzierten Sozialarbeiter nun auch über die Mittel der Ganztagsschulen abrechenbar. Das wird in Summe weniger Motivation für den weiteren Ausbau der dringend notwendigen ganztägigen Schulplätze bedeuten.

„Moderne Bildungspolitik heißt auch ganztägige Schule. Sie macht vieles möglich, besonders auch für Kinder aus bildungsfernen Familien“, so Hammerschmid. So reduziert sich z.B. die Zahl der „Sitzenbleiber“ von durchschnittlich 8,4 Prozent in der verschränkten Ganztagsschule auf 1,4 Prozent. Deshalb fordern auch alle ExpertInnen, etwa von OECD und EU-Kommission, den Ausbau in Österreich zu beschleunigen.

Die SPÖ wird im heutigen Ausschuss einen Abänderungsantrag einbringen, der die Rücknahme der Kürzungen und ein Zurück zum ursprünglichen und schnelleren Ausbauplan vorsieht. „Ein Kind, das jetzt geboren wird, hat 2033 fast die Schulpflicht wieder beendet. Es kann nicht sein, dass ein heute geborenes Kind von dem Ausbauplan kaum mehr profitiert“, so Hammerschmid. Sollten ÖVP und FPÖ dem SPÖ-Antrag nicht zustimmen, wird die SPÖ bei der Novelle des Bildungsinvestitionsgesetzes in der ÖVP/FPÖ-Fassung trotzdem mitgehen, „damit Länder und Gemeinden bei der Finanzierung nicht allein gelassen werden und damit überhaupt ein Ausbau passiert“, kündigte Hammerschmid an.

Der Anspruch der SPÖ gehe allerdings weiter: Es soll eine „Betreuungsgarantie“ geben, die auch die Ferien umfasst. Viele Eltern haben Probleme, wie sie die Betreuung der Kinder in neun Wochen Sommerferien organisieren; laut AK ist dies für die Hälfte der Eltern schwer zu organisieren. Vielfach werde auf externe Betreuung, etwa durch die Großeltern, zurückgegriffen, aber auch auf Feriencamps. Für bezahlte Betreuung müssen die Eltern aber oft tief in die Tasche greifen: 450 Euro wird pro Familie durchschnittlich dafür ausgegeben.

Die SPÖ will deshalb, dass die Ferienbetreuung an Schulen massiv ausgebaut wird und jedes Kind, das es braucht, wohnortnah einen solchen Betreuungsplatz in den Ferien findet. Im ländlichen Raum könnten sich mehrere Schulen im Rahmen der Schulcluster zusammentun, wobei ein Standort eine Betreuung anbietet.

Dabei soll es nicht nur um Freizeitaktivitäten gehen, sondern auch um Lernhilfe. Rund 35.000 SchülerInnen haben jährlich eine Nachprüfung im Herbst. Für sie soll in der Ferienbetreuung auch qualifizierte Lernunterstützung angeboten werden.