Gender Medizin muss zur Norm werden

Wir stellen die Gesundheit von Frauen in den Mittelpunkt.

Frauen und Männer haben unterschiedliche Gesundheitsrisiken, unterschiedliche Lebensstile und zeigen bei manchen Krankheiten unterschiedliche Symptome. Medikamente und medizinische Behandlungen werden überwiegend für Männer erfolrscht und getestet. Zahlreiche Studien zeigen, dass Frauen weitreichend schlechter medizinisch versorgt werden wie Männer. Das Männliche wird zur menschlichen Norm und bildet die Grundlage für Forschung, Behandlung und Therapiemöglichkeiten. Für eine bestmögliche Gesundheitsversorgung muss sich die Medizin auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen ausrichten.

Im Bereich der kardiovaskulären Erkrankungen sticht der Genderaspekt besonders hervor. Herzkrankheiten wurden lange Zeit als Symptom des gestressten männlichen Familienernährers behandelt und nur dementsprechend erforscht. Herzinfarkte können sich bei Frauen zudem durch unspezifische Symptome äußern, wodurch er gar nicht oder oft zu spät erkannt wird. Laut einer Schweizer Studie werden Frauen im Durchschnitt wertvolle 45 Minuten später als Männer in die Klinik eingeliefert.

Gender-Medizin ist ein interdisziplinärer Forschungsansatz, der die Bedeutung des Geschlechts über die Biologie hinaus berücksichtigt und auch die sozialen Aspekte der Geschlechtssegregation miteinbezieht. Sie ermöglicht eine verbesserte Gesundheitsförderung, Prävention und Krankheitsbehandlung für beide Geschlechter. Es gibt auch viele  körperliche Ausprägungen, die nicht nur biologische Ursachen haben. Durch die unterschiedliche soziale Umwelt und
die Rollen, welche von Männern und Frauen eingenommen werden, ergeben sich auch andere Krankheiten und Bewältigungsstrategien.

In der medizinischen Forschung sind nach wie vor meist nur 25-30 % der Proband*innen, die für Studien herangezogen werden, weiblich. Dabei handelt es sich vorwiegend um Frauen nach der Menopause. Eine der Begründungen ist, dass Frauen während des Forschungszeitraumes schwanger werden und die Medikamente dem Ungeborenen Schaden zufügen könnten. Eine weitere Begründung ist, dass mehr Studienteilnehmerinnen erforderlich sind, als dies bei Männern der Fall ist, weil die Ergebnisse nach Zyklusphasen (Hormonphasen) variieren können. Es ist daher auch eine Kostenfrage, dass an weniger Frauen getestet wird.

Sowohl im Medizinstudium als auch in der Forschung muss Gendermedizin zum Schwerpunktthema werden! Gender-
medizin soll künftig ein fester Bestandteil medizinischer Ausbildung sein. Sämtliche medizinische Lehrbücher müssen
genderspezifische Unterschiede der Symptomatik von Krankheiten thematisieren. Gendermedizin muss zur Norm wer-
den, damit keine Frau mehr sterben muss, nur weil sie kein Mann ist.

Wichtige Informationen und Hilfe gibt es hier:

Netzwerk der österreichischen Frauengesundheitszentren:

http://www.frauengesundheit.at/

Netzwerk der Frauen- und Mädchenberatungsstellen:

http://www.netzwerk-frauenberatung.at/

First Love Ambulanzen:

http://firstlove.at/first_love_oesterreich.htm