Yildirim: „Pensionskluft zwischen Frauen und Männern endlich schließen“

(c) Julia Hitthaler

Der Unterschied zwischen Frauen- und Männerpensionen ist in Österreich weiter dramatisch. Frauen bekommen im Schnitt 1.000 Euro weniger.

Laut PVA bekommen Männer, die 2018 in Pension gegangen sind, durchschnittlich 2.268 Euro Pension, Frauen dagegen nur 1.292 Euro. „Diese Kluft erklärt sich daraus, dass Frauen den Großteil der unbezahlten Erziehungs- und Pflegearbeit leisten, dadurch mehr Berufsunterbrechungen haben und viel öfter Teilzeit arbeiten. Außerdem werden Frauen und Frauenbranchen noch immer schlechter bezahlt“, erläutert SPÖ-Abgeordnete Selma Yildirim, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol.

„Schwarz auf Weiß zeigen die Zahlen der Pensionsversicherungsanstalt einmal mehr, wie dramatisch der Unterschied zwischen den Pensionen von Frauen und Männern in Österreich ist. Der Handlungsbedarf ist groß. Allerdings forciert die Bundesregierung eher entgegengesetzte Maßnahmen“, sagt Yildirim. Die Rechnung ist einfach: „Wenn Frauen mehr verdienen, bekommen sie auch mehr Pension. Die Politik der schwarz-blauen Bundesregierung verdrängt Frauen tendenziell vom Arbeitsmarkt. Teilzeitarbeit ist oft keine freiwillige Entscheidung. Gibt es aber keine Kinderbetreuung, bleibt oft keine Wahl.“

Die Regierung pumpt jährlich 1,5 Mrd. Euro in den Familienbonus. 1,2 Mrd. Euro mehr pro Jahr (insgesamt 1 Prozent des BIP) wären laut EU für eine qualitätsvolle Kinderbetreuung in Österreich notwendig. „Das wäre eine sinnvolle und notwendige Investition im Sinne der Gleichberechtigung statt dieser rückschrittlichen Zurück-an-den-Herd-Politik“, sagt Yildirim. Verantwortlich für die Verschärfung der Altersarmut insbesondere bei Frauen sei auch Schwarz-Blau I. Damals wurden den Menschen die besten 15 Jahre für die Pensionsberechnung genommen, erinnert Yildirim.