Nationalrat – Yildirim bringt Anträge zu Anti-Gewalt-Trainings und opferschutzorientierter Täterarbeit ein

Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim Bild: Julia Hitthaler

„Die schockierenden Gewalttaten und Morde an Frauen in Österreich machen deutlich, wie wichtig es ist, in den Gewaltschutz zu investieren und diesen weiter zu entwickeln“, sagt SPÖ-Abgeordnete und Tiroler Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim. Die Arbeit mit den Tätern spielt dabei eine zentrale Rolle.

„Anti-Gewalt-Trainings können wiederholte Gewalt und Rückfälle verhindern. Schon jetzt können diese im Rahmen der Bewährungshilfe angeordnet werden, was leider viel zu selten passiert. Schätzungen zufolge besuchen in Fällen geschlechterbasierter Gewalt weniger als ein Prozent der Täter ein Täterprogramm“, schildert Yildirim. Sie hat daher einen Antrag für verpflichtende Trainings bei Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt im Nationalrat eingebracht.

„Unterstützt werden soll auch die freiwillige Teilnahme an diesen Trainings. Ist jemand von sich aus bereit, diesen Schritt zu machen, soll er diese Möglichkeit unbedingt und vor allem rasch bekommen. Dafür braucht es finanzielle Mittel und Informationskampagnen“, so die Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Tirol. Ziel dieser Trainings ist es, mit dem Täter gemeinsam Lösungsstrategien für Konflikte zu erarbeiten, die ein gewaltfreies Leben ermöglichen. Das soll Menschen dabei unterstützen, konfliktträchtige Auseinandersetzungen mit gewaltfreien Mitteln zu lösen sowie Verhaltenstechniken zu üben, die eine Eskalation von Konflikten verhindern helfen.

Ein weiterer Antrag zielt auf die opferschutzorientierte Täterarbeit ab. Schutz und Sicherheit des Opfers und das Beenden der Gewalt stehen im Fokus. Dabei geht es u.a. um die Achtung des Selbstbestimmungsrechtes von Frauen, das Aufbrechen von patriarchalen Strukturen oder die Arbeit am vorherrschenden Frauen- bzw. Männerbild. Die Bundesarbeitsgemeinschaft für opferschutzorientierte Täterarbeit (BAG OTA), die sich aus ExpertInnen von in der Täterarbeit agierenden Institutionen aus allen Bundesländern sowie ExpertInnen aus Opferschutzeinrichtungen zusammensetzt, soll in ihrer Arbeit unterstützt werden.