Bildungs-Dringliche: Hammerschmid drängt auf Chancenindex, Mittel für ganztägige Schulen und Schulautonomie

(c) Daniel Gebhart de Koekkoek

Die Dringliche Anfrage an Bildungsminister Faßmann zum Thema Bildung nahm Sonja Hammerschmid, Bildungssprecherin der SPÖ, zum Anlass, einmal mehr auf Maßnahmen für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich zu pochen.

„Bildung wird in Österreich wie in kaum einem anderen Land vererbt. Das sind wir fast Schlusslicht in Europa. Es braucht Chancengerechtigkeit, die sich über modernste Pädagogik, begeisterte LehrerInnen, ganztägige Schulen und die Zuteilung der Mittel über einen Chancenindex definiert“, so die Abgeordnete im Nationalrat.

Hammerschmid verwies auf jüngste Aussagen des renommierten Bildungswissenschafters Michael Schratz, der als wichtige Kriterien für erfolgreiche Bildungssysteme u.a. innovativen Unterricht, ganztägige Schulen und ein Abgehen von der frühen Trennung mit 9 bzw. 10 Jahren ausmacht. Es brauche laut Schratz eine positive Schulkultur und Arbeiten „am System, nicht nur im System“. Dazu brauche es Schulautonomie, also mehr Freiheiten für die Schulstandorte, die ja 2017 im Rahmen der Bildungsreform beschlossen wurden – „es geht nicht um Drill, Druck und Drohung mit schlechten Noten“. Umso unverständlicher sei, dass man mit dem schwarz-blauen Pädagogik-Paket Freiheiten der Schulen streicht. „Haben Sie mehr Vertrauen in die Lehrerinnen und Lehrer!“

Ebenso unverständlich für Hammerschmid ist die de facto Halbierung der Mittel für die Ganztagsschulen. Auch dazu zitierte Hammerschmid Michael Schratz: „Dass Österreich und Deutschland noch immer auf ein Halbtagsmodell setzen, ist durch die internationale Brille eine Skurrilität.“ Was es zudem brauche, sei mehr Personal für Schulen mit besonderen Herausforderungen: „Ein Chancenindex im Rahmen der Ressourcenzuteilung wäre eine wichtige Maßnahme. Wir warten noch immer auf die ausstehende Verordnung – werden Sie tätig!“, so Hammerschmid Richtung Faßmann.

Insgesamt – und besonders mit dem heute beschlossenen Pädagogik-Paket – habe sich der Bildungsminister von einer evidenzbasierten Bildungspolitik verabschiedet – „und das ist gerade für Sie als Wissenschafter ein Armutszeugnis.“