Prügel durch Krampus für viele kein „Spaß“

Bild: SPÖ-Frauen Salzburg

Mit Verteilaktionen machen die SPÖ-Frauen Salzburg auf Hilfseinrichtungen in Österreich aufmerksam.

„Alle Jahre wieder sind wir von den aktuellen Statistiken zur Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen zutiefst betroffen. Hinter jeder Zahl stecken viel zu viele Einzelschicksale“, schildert die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende LAbg. Karin Dollinger.
Unter dem Motto „Gewaltschutz geht uns alle an“ organisieren die SPÖ-Frauen vom 25. November bis 10. Dezember „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“-Aktionen in ganz Österreich. – Dieser Zeitraum entspricht jenem vom internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, bis zum internationalen Tag der Menschenrechte.
Die SPÖ-Frauen der Stadt Salzburg waren am Dienstag, 27.November in Maxglan unterwegs. Bei ihrer Aktion kamen nicht nur Kärtchen mit Notrufnummern, sondern auch essbare Krampusse zur Verteilung. „Es gibt keinen Anlass für eine Ausnahme – jegliche Gewalt ist eine fundamentale Menschenrechtsverletzung“, kommentiert Dollinger die aktuellen Zahlen.

Gewaltstatistik nach wie vor sehr dramatisch
Schätzungen zufolge ist jede fünfte Frau in Österreich einmal in ihrem Leben von Gewalt in ihrem nahen Umfeld betroffen. Im Jahr 2017wurden von der Polizei österreichweit 8.755 Betretungsverbote verhängt. 18.860 Opfer familiärer Gewalt fanden in den Gewaltschutzzentren/Interventionsstellen Betreuung.
Dabei waren 83 Prozent der Opfer Frauen und Mädchen, 88 Prozent der Gefährder waren männlich.
Diese Gewalt hat nachhaltige Folgen für die Betroffenen selbst, aber auch für die gesamte Gesellschaft. Inzwischen wird besonders in diesen 16 Tagen (von 25. November bis 10. Dezember) weltweit von über 800 Organisationen und rund 90 verschiedenen Ländern entsprechende Bewusstseinsbildung gemacht.

Salzburg im österreichischen Mittelfeld
Salzburg lag bei den Betretungsverboten mit absolut 488 (8,8 Betretungsverbote pro 10.000 Einwohner) im Jahr 2017 ziemlich genau im Österreichschnitt (von 9,1 Betretungsverboten pro 10.000 Einwohner). Die detaillierten Werte für die Bezirke
lauten: Stadt Salzburg 184, Flachgau 92, Pinzgau 86, Tenngau 58, Pongau 57 und Lungau elf verhängte Betretungsverbote im Jahr 2017.

Hilfseinrichtungen bieten Schutz und Unterstützung
„Es braucht Mut, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu befreien. Frauen sollen wissen, dass sie nicht alleine sind“, sagt Karin Dollinger. Österreich hat ein dichtes Netz an Hilfseinrichtungen. Frauenhäuser geben Schutz. Die gesetzlich eingerichteten Gewaltschutzzentren bieten Unterstützung und Beratung. Die Bundesregierung täte gut daran, diese Infrastruktur weiter auszubauen, statt hier Einsparungsdiskussionen loszutreten.

Gegen Hass im Netz
Mädchen und Frauen sind zunehmend auch von Hass im Netz betroffen. Die im Internet auftretende Aggression nimmt oft deutliche frauenverachtende Züge an. Die Gesetze dazu wurden zwar in den letzten Jahren sukzessive verschärft, in vielen Fällen gibt es aber in der Praxis noch zu wenige Möglichkeiten, gegen die Täter gerichtlich vorzugehen. Ein von der schwarz-blauen Regierung inszenierter „Show-Gipfel“ hat leider wenig konkrete Ergebnisse gebracht. „Die Zeit drängt. Wir müssen rasch handeln und den gesetzlichen Schutz verbessern“, so die SPÖ-Frauensprecherin im Landtag abschließend.

Foto: SPÖ-Landesfrauenvorsitzende LAbg. Karin Dollinger und Landes-GFin Michaela Ferschmann zeigen sich betroffen von der aktuellen Gewaltstatistik