Yildirim: „Weitere Maßnahmen gegen Missbrauch notwendig“

(c) Julia Hitthaler

Konsequenzen aus Vorfällen um Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt im Sport ziehen. Endbericht in Tirol liegt vor, ÖVP und FPÖ vertagen Anträge zu Prävention und Opferschutz auf Bundesebene.

Mehr Prävention und mehr Opferschutz bei sexueller Gewalt und Machtmissbrauch, dafür setzt sich SPÖ-Nationalrätin Selma Yildirim ein. Entsprechende Anträge der Tirolerin im Sport- und Kulturausschuss des Nationalrates wurden nun von ÖVP und FPÖ vertagt.
Ausgehend vom „Fall Werdenigg“ wurden vor einem Jahr zahlreiche Fälle von Missbrauch und sexueller Gewalt im Sport öffentlich. „Um dem nicht nur im professionellen Sport, sondern auch an Schulen und Internaten entschieden entgegenzutreten, muss die Budgetierung von Gegenmaßnahmen sichergestellt werden. Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Prävention sind voranzutreiben, auch wenn die mediale Aufmerksamkeit abnimmt“, fordert Yildirim.
In Tirol wurde dieser Tage der Endbericht der Expertenkommission vorgelegt, der die Vorwürfe zu Tiroler Sportschulen bestätigt. „Es gilt, daraus Konsequenzen zu ziehen, damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt“, so Yildirim
„Es ist sehr schade, dass die Regierungsparteien das offensichtlich nicht erkannt haben und nun auf Zeit spielen. Evaluieren statt Handeln, das ist offensichtlich das Motto der schwarz-blauen Bundesregierung. Damit werden wichtige Maßnahmen verzögert. Gewaltschutz darf nie auf die lange Bank geschoben werden“, kritisiert Yildirim.
Sie fordert in ihrem Antrag zusätzliche Mittel für Aufklärungskampagnen gegen sexuellen Missbrauch in Sportvereinen sowie verpflichtende Schulungen für TrainerInnen, LehrerInnen und Betreuungspersonen sowie einheitliche verpflichtende Präventionsrichtlinien für Sportvereine.
Darüber hinaus ist der Opferschutz besser zu organisieren. Zu prüfen ist ein Klagsrecht für bereits bestehende, unabhängige Opferschutzorganisation, bzw. ob eine eigene Anlaufstelle für SportlerInnen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, erst gegründet werden muss.
Die SPÖ unterstützt in diesem Zusammenhang auch die Initiative des Sportministeriums „100% Sport“, die sich für Chancengleichheit für Sportlerinnen und Sportler einsetzt.