Dönmez, Sexismus, Brunner

Brunner: Dönmez-Sexismus passt in Kurz-ÖVP

Rücktritt „mehr als fällig“, aber keine Konsequenzen unter Kurz – Kanzler kann mit Sexismus „gut leben“

Für SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner ist der Rücktritt des ÖVP-Abgeordneten Dönmez nach seiner „sexistischen Twitter-Eskapade mehr als fällig, jedoch in einer Kurz-ÖVP eher unwahrscheinlich“. „Diese extreme Frauenfeindlichkeit darf in der Politik eigentlich keinen Platz haben. Mit Kurz als Parteichef wird es für Dönmez in der ÖVP aber keine Konsequenzen geben. Denn der Kanzler hat ja in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er mit Sexismus gut leben kann“, erinnert Brunner an das Geilo-Mobil und die „24-Stunden-Verkehr“-Kampagne der JVP unter Kurz.

Für seine „unglaublich frauenfeindliche und entsetzliche Aussage“ fordert Brunner Dönmez zum Rücktritt auf: „Genug ist genug. Wir dürfen diesen plumpen Sexismus im Jahr 2018 nicht mehr zulassen!“ Vor allem im Lichte der #Metoo-Bewegung erwarte man sich zumindest etwas Sensibilität beim Thema. „Sexuelle Ausbeutung und sexuelle Gewalt sind Symptome des Sexismus. Dass Dönmez der deutschen Staatssekretärin in seinem Tweet vorgeworfen hat, sexuelle Gefälligkeiten für das berufliche Weiterkommen ausgetauscht zu haben, ist einfach nur abscheulich. Was für Dönmez ein ‚Moment der Schwäche‘ war, wird von den Harvey Weinsteins dieser Welt als ein Rechtfertigungsargument verwendet“, betont Brunner.

Das rückschrittliche Frauenbild des ehemals Grünen und jetzigen ÖVP-Abgeordneten Dönmez sei hinlänglich bekannt, so Brunner: „Kurz hat damals genau gewusst, wen er mit Dönmez rekrutiert. Bereits als Grüner ist Dönmez mit sexistischen Aussagen negativ aufgefallen.“ Deswegen glaube die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin nicht daran, dass es nun die notwendigen Konsequenzen für den ÖVP-Abgeordneten geben wird. „Kurz hat Erfahrung damit, Sexismus als politisches Kampagnenmittel zu verwenden. Ob er als Kanzler diesen legeren Umgang mit einem schwerwiegenden gesellschaftlichen Problem beibehalten hat, wird sich zeigen. Momentan ist für Kurz wiedermal Schweigen die Devise“, kritisiert Brunner.