Equal Pension Day – Wien: „Der heutige Tag weist auf einen nicht tragbaren Missstand hin!“

Wenn es um die Pension geht, stehen Frauen meist schlechter da als Männer. Der Equal Pension Day weist genau auf den Tag hin, an dem der durchschnittliche Pensionist seit Beginn des Jahres jenen Betrag erhalten hat, den die durchschnittliche Pensionistin erst mit Jahresende erreichen wird. In Wien fällt dieser Tag auf den 27. August. Im Vergleich zu den Bundesländern schneidet Wien, mit dem 27. August und dem Gewinn von 2 Tagen im Vergleich zum Vorjahr, am besten ab.

„Ich freue mich über den Gewinn von 2 Tagen im Vergleich zum Vorjahr – Geschlechtergleichheit haben wir allerdings noch lange nicht erreicht. Der heutige Tag zeigt, dass sich die Ungerechtigkeit zwischen Männer und Frauen im Alter fortsetzt. Finanzielle Unabhängigkeit darf kein Luxus sein!“, so Wiener SPÖ-Frauensekretärin Nicole Berger-Krotsch

Für die riesige Pensionslücke für Frauen gibt es mehrere Gründe: Frauen weisen im Schnitt 10 Beitrittsjahre weniger auf als Männer. Diese fehlenden Jahre, welche das österreichische Sozialversicherungssystem bestraft, sind zum Großteil bedingt durch betreuungsbedingte Erwerbsunterbrechungen. Die geringere Pension liegt auch an geringeren Gehältern von Frauen im Vergleich zu Männern und an der vermehrten Teilzeitbeschäftigung bedingt durch Betreuung oder Pflege.

„In Österreich verdienen Frauen in Vollzeit für die gleiche Tätigkeit über 22,2% weniger als Männer, was deutlich über dem EU-Schnitt von 16,7% liegt. Diese Zahlen beweisen deutlich, dass Frauen um einiges stärker von Altersarmut betroffen sind. Der heutige Tag weist auf einen nicht tragbaren Missstand hin. Wir alle sind aufgefordert, für eine gleichberechtigte, gleichwertige und zukunftsorientierte Gesellschaft zu kämpfen!“, so Berger-Krotsch.

Die, 2003 von der ÖVP-FPÖ Regierung, beschlossene Pensionsreform ist zu einem Großteil für die horrenden Unterschiede der Pensionen verantwortlich. Mit dieser Reform wurde ein längerer Durchrechnungszeitraum, nämlich 45 Jahre, zur Bestimmung der Pensionshöhe beschlossen. Jene 45 Versicherungsjahre, die 80% des durchschnittlichen Monatseinkommens als Pension garantieren, erreichen nur 2% der Frauen und 52% der Männer.

Im Jahr 2018 erleben wir ein Déjà-vu was die Frauen- und familienfeindliche Politik der schwarz-blauen Bundesregierung betrifft. Der von der schwarz-blauen Bundesregierung eingeführte 12-Stunden-Tag treibt Frauen immer mehr in die Teilzeit und in die Armut. Solange die Bundesregierung weiterhin nur für Konzerne arbeitet, Kürzungen in sämtlichen sozialen Bereichen vornimmt, wird es weder Chancengleichheit noch Geschlechtergleichheit geben.

Wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern die Bundesregierung auf, endlich für und nicht gegen die Menschen in Österreich zu arbeiten. Wir kämpfen Seite an Seite mit den Bürgerinnen und Bürgern für Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität.