Yildirim zu Erl: „Politik agiert bei Machtmissbrauch halbherzig. Opferschutz ernst nehmen.“

Vorwürfe zu sexueller Gewalt bei Festspielen Erl müssen Konsequenzen haben

Zu den Vorwürfen um die Festspiele Erl hat SPÖ-Nationalrätin Selma Yildirim bereits im März eine parlamentarische Anfrage an den Kulturminister gerichtet. „Dass jetzt vom Erl-Anwalt im ZIB-Interview versucht wird, die Anfragebeantwortung so darzustellen, als sei alles in bester Ordnung, finde ich absurd. Wo so viel öffentliches Geld hinfließt, muss es auch eine entsprechende Kontrolle und einen strengen Verhaltenskodex geben“, so die Tiroler Abgeordnete.
„In Erl wie auch im Fall Werdenigg hat sich gezeigt, dass sich die politischen Entscheidungsträger nicht ernsthaft mit dem Thema Machtmissbrauch und sexueller Gewalt auseinandersetzt. Dagegen vorzugehen ist dem Kulturminister offensichtlich kein besonderes Anliegen. Er plante laut Anfragebeantwortung keine Beratungsstelle und keine weiteren Maßnahmen dazu“, macht Yildirim deutlich.
Da die Antworten unzulänglich waren, hat die SPÖ-Abgeordnete im Juni eine weitere Anfrage an die Sozialministerin gerichtet, deren Beantwortung in den kommenden Tagen eintreffen wird.
Für den Leiter der Festspiele gilt die Unschuldsvermutung. „Dennoch müssen die massiven Vorwürfe der KünstlerInnen und der Opferschutz ernst genommen werden. Einfach zur Tagesordnung überzugehen, wie das bisher versucht wurde, geht nicht. Konsequenzen sind daher bis zu einer gänzlichen Aufklärung notwendig“, appelliert Yildirim im Vorfeld der heutigen Sitzung des Stiftungsrates.