Der Schwarz-Blaue Kürzungswahn

SP-Frauensprecherin und Abgeordnete zum Nationalrat Gabriele Heinisch-Hosek hat bezüglich der Kürzungen eine parlamentarische Anfrage an Ministerin Bogner-Strauß gestellt. Die Beantwortung mit Aufstellung der konkreten Kürzungen ist hier zu finden.

Der Österreichische Frauenring, der ebenfalls von den Kürzungen betroffen ist, und in der Anfragebeantwortung offensichtlich "vergessen" wurde hat ebenfalls zusammengetragen, welche feministischen Vereine und Projekte von den Schwarz-Blauen Kürzungen 2018 betroffen sind.

Frauenministerium/Frauenressort
•    Romano Centro 19.900€ für Personalkosten, nicht gekürzt, Förderung wie im Vorjahr
•    Kleinbäuer_innen, 16.480€, tw. Personalkosten, wurde auf die Hälfte gekürzt
•    Frauenhetz 12.000, tw. Personalkosten, Basisförderung wurden 100% gestrichen
•    Rosemarie Ertl vom Netzwerk der Frauen und Mädchenberatungsstellen FMBST berichtet, dass die Frauen- und Mädchenberatungsstellen nicht gekürzt wurden, weil alle einen Rah-menfördervertag haben. Aber sogenannte – Nicht-Beratungseinrichtungen wurden bis zu 100% gekürzt, diese sind z.B.
Nova-Lernzentrum in der Steiermark wurde gekürzt um 100%
Autonome Frauen/Lesbenzentrum in Innsbruck/ Tirol Kürzung 100%
AEP- Innsbruck, Kürzung 20%
•    Das Netzwerk der FMBST wurde um 5.000.-€ gekürzt und zwar die Förderung für Aus- und Fortbildung
•    Feministische, wissenschaftliche Zeitung L'Homme. Z.F.G. am Institut für Zeitgeschichte auf der Uni-Wien um 100% gekürzt (5.000.-€)
•    Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF, die Basisfinanzierung wurde wie im Vorjahr wieder bewilligt (51.500.-€) auch die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555 wurde wie im Vorjahr bewilligt, weil einen Förderrahmenvertrag – wie die FMBSTen. Auch die Projektfinanzierung der österreichischen Frauenhäuser, die im Frauenministerium um Förderungen angesucht haben, haben die Bewilligung in der angesuchten Höhe erhalten. Aber die AÖF-Projektförderung für die Ringvorlesung „eine von fünf“ wurde um 6.500.-€ ge-strichen und das Ansuchen für den Dokumentarfilm „40 Jahre Frauenhausbewegung“ um 6.000.-€ wurde nicht bewilligt.
•    Verein LEFÖ bekam keine Kürzung
•    Frauensolidarität um 100%ige Kürzung um 17.000.-€
•    Feministische Buchhandlung Chicklit wurde 100% Förderung gestrichen
•    Verein Fibel: Zusage wie im letzten Jahr
•    Beratungsstelle Courage um 10% gekürzt
•    Afrikanische Frauenorganisation, Zusage wie im letzten Jahr
•    Frauen im Fokus hat nie um Förderung angesucht
•    BPW hat früher für Projektförderung angesucht, wurde schon 2016 gestrichen
•    Frauenvolksbegehren: angesucht aber noch nie Förderung bekommen
•    Österreichischer Frauenring: Kürzung von 7.980.-€  (22.980.- 2017auf 15.000.-€)
•    Verein Klagsverband: 50%ige Kürzung
•    Verein One Billion Rising: 100% ige Kürzung (5500.-€)
•    Verein Stichwort wurde um 20 % ( 6.500,-)
•    ARGE Frauengesundheitszentren 100 ige Kürzung (€ 20.000,00)
•    Tricky Women 100%ige Kürzung (€ 10.000,00)
•    an.schläge – das feministische Magazin: Kürzung um € 23.000

Der Förderungsschwerpunkt der Frauenministerin liegt 2018 bei den Frauen- und Mädchenberatungsstellen und beim Gewalt und Opferschutz. Diese wurden gefördert meist wie im vergangenen Jahr.
Andere Frauenorganisationen, die nicht in diese Förderschwerpunkte fallen und Bildungsangebote, Veranstaltungen, feministische Zeitungen und Medien und Literaturangebote für Frauen anbieten wurden entweder gänzlich gekürzt oder teilweise gekürzt.
Skandalös war und ist auch, dass die Förderzusagen bzw. Absagen erst Ende Mai 2018 ausgesprochen wurden. Das bedeutete enorme Unsicherheit und Vereine mussten 5 Monate Personalkosten und Infrastrukturkosten vorfinanzieren.

Familien- und Jugendministerium
•    Kürzung aller Familienberatungsstellen um 4,2% gekürzt.
Sozial- und Gesundheitsministerium (BMASGK)
•    Romano Centro, ESF wird neu ausgeschrieben
•    Verein UNDOK Kürzung um 50%
•    LEFÖ: hat eingereicht, es gibt keinerlei Informationen
•    Frauen und Mädchenberatungsstellen: Info, dass Kürzung und Förderung von 7.000.-€
•    Genderabteilung im Sozialministerium wird aufgelöst
•    Frauenring wartet noch auf Zusage durch das Sozialministerium (Genderabteilung)

Bildungs- und Wissenschaftsministerium
•    Genderabteilung von Frau Roswitha Tschenett im Bildungsministerium wird aufgelöst
Frauensolidarität: Absage Bildungsministerium 5.000.-€. Problem der Drittmittelfinanzierung
Frauensolidarität hat ein 3-Jahres-Förderansuchen bei der ADA (Austrian Development Agency) ein-gebracht. Die Förderentscheidung erfahren wir Mitte Oktober. Die ADA untersteht dem Außenministerium.

 

Sozialministerium
•    Keine Förderung für die Kampagnenarbeit zum Thema Geschlechtergerechtigkeit und Gewaltschutz des Österreichischen Frauenrings. In den letzten Jahren wurden Förderungen in der Höhe von rund 10.000.-€ bewilligt.